Mein Jahresrückblick 2025: Schonungslos. Gezeichnet. Neu sortiert.
- 8. Jan.
- 17 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Jan.

2025 war kein leichtes Jahr. Vielleicht waren es die Jahre davor auch nicht.
Was ich mitnehme, ist simpel und gleichzeitig schwer: Nichts bleibt, wie es ist. Also flexibel bleiben, nicht aufgeben und mir selbst vertrauen – auch dann, wenn mir eher nach Rückzug und Verkriechen zumute war.
Ich habe 2025 viel geweint, mich meiner Autofahrangst gestellt, Aufträge verloren, Sicherheit gesucht, ein Atelier gefunden, alte Geldbilder verabschiedet, Wege gepilgert und neue Räume betreten – innen wie außen. Die größte Herausforderung war, innerlich ruhig zu bleiben, während im Außen vieles wackelte.
Dieser Jahresrückblick 2025 ist kein Hochglanz-Recap. Er ist ehrlich, manchmal rau und sehr persönlich. Ein Jahr, das mich schonungslos geprüft, mich gezeichnet und mich Schritt für Schritt neu zusammengesetzt hat.
Inhaltsverzeichnis:
Meine Themen und Highlights in 2025
Mut, den ich mir nicht ausgesucht habe
"Einfach. Mutig. Sein." Das war mein Motto für 2025. Komfortzonen verlassen, mich Herausforderungen stellen, Dinge aussprechen, die ich mich sonst nicht traute. Tja. Pass auf, was du dir wünschst. 2025 war ich mutig. Aber nicht, weil ich es geplant hatte, sondern weil mich das Leben aus meiner Komfortzone katapultiert hat.

Mutig sein bedeutete für mich eigentlich etwas anderes. Ich wollte mir aussuchen, wann ich mutig bin. Was ich mir zutraue, worauf ich Lust habe, was ich schon lange ausprobieren wollte. Nicht den Mut, den man braucht, wenn das Leben entscheidet.
Im März erfuhr ich, dass der befristete Vertrag meines Nebenjobs ausläuft. Viel schlimmer noch: Das Studio, in dem ich gearbeitet habe, schloss. Die Gründe waren absolut nachvollziehbar, und doch riss es mir den Boden unter den Füßen weg. Wie hieß es doch so schön? Was nicht zu dir gehört, wird 2025 sterben.
Mein Herz war angeknackst.
Kurz dachte ich darüber nach, die Einrichtung zusammen mit einer ehemaligen Kollegin zu übernehmen und das Studio neu zu eröffnen. Doch dafür war ich nicht mutig genug. Alles ging mir zu schnell. Das Risiko, die Verantwortung, der Druck. Wir sagten schweren Herzens ab und ich fiel erst einmal in ein Loch. Kein Nebenjob mehr, der mich so erfüllt hatte. Und die Vorstellung vom eigenen Keramikmalstudio war geplatzt.
Ein Gedanke hielt mich aufrecht: Wenn ich ein eigenes Studio habe, dann klein. Mit überschaubaren Kosten, ohne Mitarbeitende und in meinem Tempo.
Im September unterschrieb ich den Vertrag für mein Atelier. Es ist in einem Künstlerhaus mit vielen kreativen Seelen. Es ist fein, klein und überschaubar. Ich liebe die Energie der beiden Räume und weiß: Hier darf noch viel entstehen.



Wie kann man denn hier wohnen? Pilgern und Nachdenken
Unsere Pilgertour auf der Via Regia hätte fast nicht stattgefunden. Ein Trauerfall in der Familie meiner Freundin Susi stand plötzlich zwischen uns und dem Weg. Geplant war, unsere Strecke von Weimar nach Gotha fortzusetzen. Ursprünglich wollten wir auch die Gedenkstätte Buchenwald besuchen, da ich während meiner Schulzeit nie dort war. Nach dem Trauerfall entschieden wir uns anders. Keine Besichtigung. Einfach nur pilgern.
Wir starteten in Weimar. Nach einem schönen Abendessen und einem Wiedersehen mit Yvonne aus Gera beim Italiener genossen Susi und ich unsere Einzelzimmer vor der Tour. Der nächste Tag fühlte sich von Beginn an schwer an. Wir liefen auf der ehemaligen Bahnstrecke, vorbei an Gedenksteinen mit den Namen deportierter Jugendlicher. Jungen. Mädchen. Es war kaum auszuhalten. Keine Lust auf Fotos. Ganz anders als sonst auf unseren gemeinsamen Wegen.
In Buchenwald angekommen, suchten wir eine Unterkunft für die kommende Nacht in Erfurt. Die Unterkünfte aus dem Pilgerführer gab es nicht mehr, andere waren längst zu Hostels geworden. 50 oder 70 Euro pro Nacht fühlten sich nicht nach Pilgern an.
Unser Weg führte an den ehemaligen Häusern der Offiziere vorbei. Heute Wohnhäuser. Ich fragte mich ernsthaft, wie man hier mit dem Wissen um die Geschichte wohnen möchte.
Wir liefen weiter. Still. Ruhiger als in den letzten beiden Jahren. Mit der Hoffnung, doch noch etwas zu finden. Schließlich entschieden wir uns gegen Erfurt und für die Pilgerverbundherberge Wallichen davor. Wir wurden mit Kaffee und Kuchen empfangen, feierten den Geburtstag von Oma Brigitte mit und machten abends noch einen Spaziergang. Am nächsten Morgen gingen wir dankbar weiter.
Der nächste Tag war heiß und anstrengend. Wir liefen an Erfurt vorbei, mit dem Versprechen im Kopf, dass es in der Nähe der nächsten Unterkunft eine Gaststätte geben würde. In Gedanken hielt ich mich mit Pommes rot-weiß über Wasser. Am Ende war das Hotelrestaurant in Frienstedt bereits geschlossen. Stattdessen gab es Spaghetti, duftende Kräuter aus dem Garten und frisch geerntete Tomaten einer lieben Nachbarin.
Am letzten Tag liefen wir unsere Etappe bis Gotha. Die Stimmung war anders. Schwerer. Nicht richtig greifbar. Im Nachhinein passt sie genau zu diesem Jahr. Vielleicht musste der Weg so sein.


Mein Glaubenssatz über Geld – wenn alte Geldbilder nicht mehr tragen
Freitag ist mein fester Termin mit Mr. Money. Dann schreibe und bezahle ich Rechnungen, sortiere Belege und bringe Ordnung in meine Ablage.
„Warum ist es eigentlich ein Mister Money und keine Misses?“, fragte mich meine Chefin einmal. Gute Frage. Warum ist Geld in meiner inneren Welt ein Mann?
Schon vor vielen Jahren kam mir dazu in einer Meditation ein klares Bild: Wenn Geld eine Person wäre, dann wäre es ein Typ im Hoodie, etwas finster, eher distanziert. Mir wurde bewusst, dass ich Geld entweder sofort wieder loswerden wollte oder es richtig wegsperrte, aus Angst vor Not- und Katastrophenfällen.
Auch in diesem Jahr tauchte Mister Money in Meditationen wieder als düstere Gestalt auf. Ich versuchte, mit ihm Frieden zu schließen, ihn einzuladen, ihn als Freund zu sehen. Doch meine Glaubenssätze rund ums Geld veränderten sich kaum. In einer weiteren Meditation erkannte ich schließlich, dass es weniger um das knappe Geld meiner Kindheit ging, sondern um die mehrfachen Enteignungen meiner Großmutter, die sich als starke Frau immer wieder etwas aufgebaut hatte. Ein Hoch auf die Epigenetik. Tief in mir saß der Satz: Geld ist nicht sicher. Und erst recht nicht, wenn ich meine Finanzen aus der Hand gebe.
Irgendwann kündigte ich Mister Money innerlich. Ich engagierte eine Misses Money, dazu ihre coole, kompetente Assistentin. Und was soll ich sagen: Es funktioniert. Ob es die Kündigung war, das Aufdecken des Glaubenssatzes oder die Verarbeitung über meine Zeichnungen … irgendetwas hat sich gelöst und verändert.

Mein Blog, mein Prozess und die Content Society
Am 10. Januar 2023 habe ich meinen ersten Blogartikel veröffentlicht. Meinen Jahresrückblick 2022. Damit startete auch mein großes Abenteuer in der Content Society mit Judith als Mentorin. Anfangs ging es mir vor allem um Sichtbarkeit, weil man das im Online-Business eben so macht. Man braucht Content. Also entschied ich mich für einen Blog.
Im Juli 2022 hatte ich mit Ayurveda-Coaching begonnen. Wenn ich heute durch meine Artikel scrolle, fühlt es sich an wie ein Tagebuch. Ich habe mit Ayurveda gestartet, mich durch die Heilpraktiker-Prüfungszeit gekämpft – die Artikel aus dieser Zeit gehören bis heute zu den meistgelesenen – und bin schließlich wieder bei der Kunst und Kreativität gelandet. Genau dort, wo ich ursprünglich herkomme.
Das Schreiben und mein Blog haben mir viel Klarheit geschenkt. Ich weiß inzwischen, dass ich 2026 meine Kunst und das Thema mentale Gesundheit noch stärker verbinden möchte. Aufklären, berühren und sichtbar machen. Mit meiner Kunst und meinem Wissen aus der Psychologie.
Aber es ging nicht nur um Klarheit. Es sind auch wundervolle Freundschaften entstanden. Susanne, meine Blogbuddyline, kennt all meine Hochs und Tiefs. Mit Claudia treffe ich mich inzwischen jeden Morgen im 5-Uhr-Call, ein Ritual, das durch eine Teilnehmerin aus der Content Society entstanden ist.
Seit diesem Jahr gebe ich als Teammitglied Feedback auf Blogartikel für Judith. Dabei habe ich selbst unglaublich viel gelernt. Für meine eigenen Artikel war nicht immer Zeit und einiges darf ich noch optimieren. Auch meine Webseite wartet noch auf ein Update. Aber alles Schritt für Schritt.
Das Jahr 2025 und meine Kunst
Artcollabs und meine ersten ATCs
Ach, was war ich kreativ dieses Jahr :-) Ich bin Teil mehrerer Artcollab-Gruppen geworden, aktuell sind es fünf, was ich künftig wieder etwas reduzieren möchte. Artcollabs sind Verbindungen von Künstlerinnen und Künstlern, die sich meist über Instagram finden und zu einem gemeinsamen Thema oder Referenzbild arbeiten.
Im Januar habe ich sogar an einer riesigen Artcollab teilgenommen. Ein Fuchs, den über 220 Künstler*innen in ihrem eigenen Stil umgesetzt haben.
Im April kam mein erstes ATC**-Projekt dazu. Statt eines einzelnen Bildes entstehen dabei neun oder zehn kleine Karten. Das Besondere: Alle Karten werden an eine Person geschickt, neu sortiert und anschließend verteilt. Am Ende halte ich kleine Mini-Karten (6,4 cm × 8,9 cm) von zehn Künstlerinnen in den Händen. Anfangs hatte ich Bedenken, meine Kunst könnte dabei zu sehr "unter die Lupe" genommen werden oder ich hätte Probleme mit der Größe. Entstanden sind 2025 drei ATC-Runden: Sommer, Herbst und Winter.
Ich darf hier gut auf mich achten. Ich bin eine echte Deadline-Surferin und viele meiner Bilder entstehen in den letzten Stunden vor der Abgabe. Wenn dann ohnehin schon viel los ist, verliere ich schnell die Lust am Zeichnen. Genau das soll nicht passieren. Deshalb werde ich meine Gruppen 2026 reduzieren und wieder mehr Kunst machen, auf die ich einfach Lust habe.


Acryl und Aquarell
Für eine mögliche Zusammenarbeit mit einem Leipziger Studio wollte ich Probearbeiten anfertigen. Da bislang nicht klar war, mit welcher Technik wir starten, begann ich mit Acryl. Im Studium habe ich fast ausschließlich damit gearbeitet. Also kaufte ich bei meinem Lieblingskünstlerbedarf zunächst pastellige, später auch neonfarbene Acrylfarben.
Während meine Arbeiten im Studium oft riesig waren, blieb ich diesmal bei meinem Lieblingsformat 15 × 15 cm. Entstanden sind ganz unterschiedliche Richtungen, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass sie sowohl für Anfänger*innen als auch für Fortgeschrittene umsetzbar sein müssen.
Als wir uns schließlich auf Aquarell einigten, entstanden auch dazu Arbeiten, die nicht ganz meinem typischen Stil entsprechen. Es tat gut, aus meiner Fineliner-Marker-Zone auszubrechen und mich wieder anderen Techniken zu widmen. Und ich spüre, dass Acryl mich auch 2026 noch viel mehr begleiten wird.




Meine Mini-Mes
Ich liebe sie. Meine Mini-Mes sind ein fester Bestandteil meines visuellen Tagebuchs. Ich zeichne mich meistens morgens mit Dutt, Leo-Leggings (Funfact: Ich besitze keine, finde sie an meiner gezeichneten Version aber zuckersüß) und in Situationen, die ich erlebt habe oder mir vorstelle.
Sie helfen mir, Erinnerungen festzuhalten, Erlebtes zu verarbeiten oder Dinge zu manifestieren. Manche sind auch extra für meine Blogartikel entstanden.



Alfred und ich, eine neue Café-Liebe
2025 war wild. Ich musste mir eingestehen, dass neben meinem Wert der Freiheit auch Sicherheit erfüllt sein muss, damit ich kreativ und mit Freude arbeiten kann. Zwei Werte, die gegensätzlicher kaum sein könnten und für mich doch zusammengehören.
Auf meinen Joggingrunden lief ich regelmäßig durch die kleine Fußgängerzone Richtung Park. Das alte Eisenbahngeschäft stand leer und im Schaufenster hing ein handgeschriebenes Schild: Alles bleibt anders. Ich mochte diesen Satz und war neugierig, was hier entstehen würde.
Monate später kam die Auflösung. Ein kleines Café eröffnete, mit liebevoll ausgewählten, von Künstlerinnen und Künstlern gestalteten Produkten. Das war im September 2024.
Am 12. Februar 2025 kamen meine Mutter und ich gerade aus dem Kräuterladen, wo ich mir wie an jedem Mittwoch mein frisches Brot abhole. „Komm, lass uns da mal reingehen“, sagte sie. Kein guter Zeitpunkt, dachte ich. Ich hatte den ganzen Tag Kopfschmerzen und wollte eigentlich nur nach Hause. "Okee, aber nur ganz kurz." gab ich schließlich nach.
Wir öffneten die Tür des Café Alfred und Wir. Später erfuhr ich, dass es nach dem Vorbesitzer Alfred Nitsche, einem Modelleisenbahn-Ladenbesitzer, benannt wurde. Hinter dem Tresen strahlte uns Petra, mit großen Augen an und hieß uns herzlich willkommen. Wow, was für ein Strahlen, was für ein Empfang, dachte ich.
Wir setzten uns in die gemütliche Ecke mit der kleinen Stehlampe und dem Bücherregal. Alles war so liebevoll eingerichtet. Weißer Salbei zum Räuchern lag auf dem Tisch, die Kerzenhalter, die an Omas Zuhause erinnerten. Ich mochte die Atmosphäre.
Ich trank eine heiße Schokolade, meine Mom aß eine Kleinigkeit. Irgendwann fragte ich unsere Gastgeberin, was man tun müsste, um hier selbst Produkte zu verkaufen, und erzählte, dass ich auch nach Räumen suche. „Ach, komm mal mit, ich hab’ da was“, sagte sie. Wir gingen durch den Hinterhof, vorbei an Kaninchen, die genüsslich Salat knabberten, hinein in die Hallen der Erfinderkinder. Ich war überwältigt. Auch den Laden kannte ich noch von früher, damals ein Fahrradladen, nur mit einem anderen Eingang. Wie viele Schätze sich doch in der eigenen Hood verbergen.
Aus diesem ersten Treffen ist eine wundervolle Zusammenarbeit entstanden. Ich arbeite heute in Teilzeit im Café, was mein großes Bedürfnis nach Sicherheit erfüllt, gebe Kinderworkshops und habe zwei wunderbare Chefinnen und die entspanntesten Cafébesucher überhaupt gewonnen.

Weitere schöne und besondere Momente in 2025







Mein 2025-Fazit
Worauf bin ich 2025 stolz?
Comic und Magazin
Ich habe es getan. Mir endlich mein lang ersehntes iPad gekauft. Auslöser war eine Anfrage für einen Illustrationsjob. Das Unternehmen bot an, meine Zeichnungen zu digitalisieren. Aber ich dachte mir: Wenn schon so eine tolle Möglichkeit, dann will ich den Job auch richtig machen. Kein weiterer Grund mehr, den Kauf vor mir herzuschieben.
iPad gekauft, Procreate geladen, ein, zwei Kurse zum digitalen Zeichnen gemacht und den ersten Auftrag umgesetzt. Puh. Gar nicht so einfach. Ich zeichne, seit ich einen Stift halten kann, aber digital ist wirklich eine andere Nummer.
Aus diesem einen Auftrag sind in diesem Jahr vier geworden. Dafür bin ich unendlich dankbar. Für die Möglichkeit, das Vertrauen und dafür, dass man mir diesen Weg zugetraut hat.
Und dann noch etwas richtig Schönes: Meine Kollegin Sandra Hoppenz erzählte im Blog-&-Talk-Meeting meiner Blogmentorin Judith, dass sie ein Magazin ins Leben ruft. Mein erster Impuls, meine Freundin Nathalie würde sagen ein sakrales Ja: Ich mache die Illustrationen. Ich schrieb Sandra eine Nachricht und kurze Zeit später entstanden bereits drei Zeichnungen. Die zweite Ausgabe inklusive meiner Illustrationen ist inzwischen veröffentlicht.
Hach. Ja. Darauf bin ich wirklich stolz.
Digital zeichne ich bisher nur fürs Business. Ich liebe einfach die Haptik von Papier und das Geräusch des Stifts, wenn er darüber gleitet. Aber ich bin mir sicher: Sobald etwas mehr Raum da ist, tauche ich noch tiefer ins digitale Zeichnen ein.
Was war die größte Entscheidung, die ich 2025 getroffen habe?
„Verkaufe Babyschuhe, ungetragen.“ Ein Satz, der mich vor Jahren tief berührt hat. Ich las ihn in einem Buch über Storytelling. Und ja, er erzählt so einiges.
Lange habe ich überlegt, ob ich das hier teilen möchte. Doch weil ich 2026 noch ehrlicher mit mir und anderen sein will, fühlt es sich jetzt richtig an.
Dieses Weihnachten war ich bei meiner Tante in Thüringen. Das letzte Mal, als ich dort war, war Weihnachten 2017. Damals war ich schwanger. Am 28.12.2017 erfuhr ich, dass das Herz nicht mehr schlug.
2025 war ein intensives Jahr. Die größte Entscheidung, die ich getroffen habe: Ich werde keine Kinder haben.
Für viele in meinem Umfeld war das längst klar. Ich war 47. Für meinen Partner ohnehin, er hat bereits drei Kinder. Für mich hingegen war es lange nicht entschieden.
2025 war ein Jahr des Loslassens. Ich kündigte die Kryovereinbarung.
Seitdem übe ich mich in Akzeptanz. In dem Wissen, nie Mutter zu sein.
Viele Jahre hat es mich getroffen, wenn Freundinnen schwanger wurden. Für sie war es schwer, mir davon zu erzählen. Für mich war es schwer, mich ehrlich mitzufreuen. Ich gönnte es ihnen von Herzen und versank trotzdem im Selbstmitleid. Es gab Zeiten, da empfand ich sogar Wut, besonders gegenüber Frauen, die bereits Kinder hatten.
Jetzt ist es ausgesprochen. Ich trauere, mal mehr, mal weniger. Und es ist okay.
Ich genieße es, die Kinder meiner Freunde beim Wachsen zu begleiten, arbeite mit Kindern und werde noch das ein oder andere Business-Baby in die Welt bringen.
Erste Male – das habe ich 2025 zum ersten Mal erlebt oder gemacht
digital gezeichnet
ein Atelier gemietet
Schneeschuhlaufen mit Patrick, Biene und Nathalie
alleine einen Film im Sommerkino angeschaut
ein Podcast-Interview gegeben und über das wunderbare Ikigai gesprochen
das Leipzig Coffee Festival in den Pittlerwerken besucht
einen kreativen Workshop mit Picknick im Park gegeben (ich liebe diese Kombi)
mit Petra einen Siebdruck-Kurs gemacht (gar nicht so einfach)
einen Sushi-Kurs mit Freunden besucht
Zentangle® beim Content Society-Barcamp in Stuttgart kennengelernt


Sätze, die 2025 etwas in mir bewegt haben
Ich mache das nicht gegen dich, sondern für mich.
Ich habe diesen Satz zum ersten Mal in Karin Kuschiks Buch „50 Sätze, die das Leben leichter machen“* gelesen. Ich hielt ihn für gut. 2025 hat er mich allerdings ganz schön getriggert.
Ich hörte ihn in einem Moment, in dem ich ohnehin sehr dünnhäutig war. Stressbedingt. Ich hatte mich gerade getraut, etwas zu einer Absage zu sagen. Und dann dieser Satz. Der saß.
Ich war sauer und genervt. Kurz davor hatte ich mich schon über meine beste Freundin geärgert. Es ging darum, Entscheidungen zu treffen und dann auch dazu zu stehen. Mir wurde klar, dass eine Entscheidung für mich ein echtes Commitment ist. Wenn ich zusage, dann tue ich alles dafür, diese Zusage auch einzuhalten.
Der Satz „Ich mache das nicht gegen dich, sondern für mich“ fühlte sich in diesem Moment an wie eine Entschuldigung dafür, Vereinbarungen zu brechen. Vielleicht liegt das an meinen Werten. Oder daran, dass ich meine eigenen Grenzen oft noch übergehe. Und ja, ich verstehe den Satz. Sehr sogar. Und dennoch hat er mich genau in diesem Moment richtig getroffen.
Meine Kreativität heilt mich selbst und andere.
Es war eine der Affirmationen aus Woche 1 des Buches und 12-Wochen-Programms „Der Weg des Künstlers“ * von Julia Cameron. Dieses Buch ist so etwas wie meine Bibel. Es hat mich dazu gebracht, mit den Morgenseiten zu beginnen. Aus ihnen sind später auch meine Mini-Mes (kleine Selbstzeichnungen mit Dutt als Markenzeichen) entstanden.
Heilen. Wie kann man dieses Wort verwenden und es dann auch noch in Bezug auf andere verwenden? Heilversprechen sind schließlich ein Tabu, besonders im Coaching oder als Heilpraktikerin. Und doch lässt mich dieser Satz seitdem nicht mehr los.
In den letzten Wochen ist er zu einem Mantra geworden. Er steht fast täglich am Ende der letzten Zeile meiner Morgenseiten. Deshalb nehme ich ihn mit ins Jahr 2026. Als Leitsatz. Als mein Motto.
Ich werde mit meinen Mini-Mes zeichnend meine eigenen Themen bearbeiten. Und vielleicht bewegen sie auch etwas in dir. Vielleicht helfen sie dir, dich ein kleines Stück heilen zu lassen.
Ich habe mir die Zeit dafür nicht genommen
Andrea setzte in einem Zoom-Meeting gerade an zu sagen: „Ich hatte keine Zeit.“ Dann stoppte sie sich selbst und korrigierte: „Nein. Ich habe mir die Zeit dafür nicht genommen.“ Wow. Dieser Satz war kraftvoll und ehrlich. Ich liebe ihn und versuche, ihn mir in Momenten voller Ausreden bewusst ins Gedächtnis zu rufen.
Ich kann nicht → Ich gebe dir nicht den Raum
Auch dieser Satz war prägend. Ein schnell dahingesagtes „Ich kann nicht“ bedeutet oft: Ich gebe dir gerade nicht den Raum. Das ist mir dieses Jahr erst richtig bewusst geworden und ich wähle ihn, sobald ich es mitbekomme, mit Bedacht.
Wofür bin ich 2025 besonders dankbar?
Ich liebe Listen. Vor allem, wenn es um Dankbarkeit geht. Darüber könnte ich einen eigenen Artikel schreiben. Heute halte ich mich kurz.
Ich bin dankbar für die besten Freundinnen und Freunde, die mich in diesem Jahr besonders aufgefangen haben.
Danke an Jacqueline, Andre, Biene, Nathalie, Su, Mel, Nicola, Andrea und all die anderen lieben Herzen in meinem Leben.
für meinen Partner, der mir regelmäßig den Spiegel vorhält und mich sanft, manchmal auch klar, auf den Boden der Tatsachen zurückholt.
für meine Mom, die gesund, bunt und voller Freude durchs Leben tanzt.
für meine Blogbuddyline Susanne, mit der ich 2026 eine ganze Batterie an Blogartikeln veröffentlichen werde.
für meine Pilgerwegkarten-Leserin Susi, bei der sich das gemeinsame Gehen, trotz seltener Treffen, jedes Mal wie Nachhausekommen anfühlt.
für die beiden Kater Till und Uno, die mir auch 2025 viele kuschelige Momente geschenkt haben.
für meine Business-Kolleginnen, mit denen ich unzählige Zoom-Sessions hatte und durch die ich so viel lernen durfte. Danke an Sandra Hoppenz, Katharina Potyka und Bettina Stelzer.
für den Mädels-Trip nach Prag und unsere tiefen, ehrlichen Gespräche.
für meine beiden ehemaligen Chefs Sandra und Marcus, durch die ich erkannt habe, wie viel Freude, Erfüllung und Leidenschaft für mich selbst in einem Nebenjob liegen können.
für meinen Körper, der mich auch mit fast 50 und nach jahrelangen Strapazen nie im Stich gelassen hat.
und für dich, Mutzi, meine Laufbuddyline. Sorry, dass es 2025 nicht so oft geklappt hat. Das wird sich ändern.

Mein 2025 in Zahlen
Webseiten-Besucher in 2025: 7.912
Instagram Follower: @karinas_pinselyoga: 591 @karina.roepcke: 384
Anzahl der veröffentlichten Blogartikel: 28 (2024: 38)
Klicks des meistgelesenen Artikels: 2566 Die Rosinenübung - Eine Anleitung zur Achtsamkeit
Domain Authority: 13 (2024: 9)
Anzahl Newsletter-Abonnenten: 192 (2024: 107)
Anzahl entstandener Artcollab-Bilder: 51 (2024: 7)
Anzahl entstandener ATC-Karten: 30 (2024: 0)
Getrunkener Kaffee in Litern: ungefähr 400



Mein Ausblick auf 2026
Was ich 2026 anders (besser) machen möchte
Mehr Yin, weniger Yang
2025 war ich sehr im Kopf. Schon morgens lief das Gedankenkarussell auf Hochtouren. Was ich definitiv verändern möchte, ist meine Zeitgestaltung am Abend. Ich will nicht mehr an abendlichen Zoom-Meetings teilnehmen, weil sie meinen Schlaf stören. Ich möchte auch nicht mehr vom Rechner direkt ins Bett fallen, weil ich mich vorher innerlich nicht lösen kann.
Meine Morgenroutine habe ich etabliert, fast schon perfektioniert. Jetzt ist es höchste Zeit für entspannte Abende. Denn wie ich es in der Ayurveda-Ausbildung gelernt habe: Ein guter Tag beginnt am Abend davor. Also spätestens um 19 Uhr den Rechner aus. Vielleicht etwas Yoga, vielleicht zeichnen. So oder so ähnlich stelle ich mir meine Abende vor.
So kannst du 2026 mit mir zusammenarbeiten
Live und in Farbe im Atelier
Besuch mich in meinem Atelier im Leipziger Stadtviertel Kleinzschocher. Über kreative Kurse und Workshops informiere ich dich über meinen Newsletter oder auf Instagram.
Workshops & Events
Du planst ein Event und suchst künstlerische Unterstützung? Dann kannst du mich gern als Workshopleiterin/ Künstlerin anfragen.
Illustrationen
Ob als Geschenk für dich oder deine Liebsten oder als Illustration für dein Business, schreib mir gern.
Oder ganz unkompliziert
Wenn du mich einfach sehen möchtest, dann besuch mich sehr gerne im Café oder Atelier.
Es ist nichts Passendes für dich dabei und du möchtest trotzdem mit mir arbeiten? Du hast Interesse an einer Zusammenarbeit oder willst dich einfach nur austauschen? Ich freue mich auf deine Nachricht :-)
Meine 7 Ziele für 2026
2026 steht für mich im Zeichen des Neuanfangs. Die Zahl 1, mein chinesisches Sternzeichen Pferd und das Jahr des Feuerpferds. Ich möchte meiner Intuition vertrauen und mich von ihr leiten lassen.
1.Aufklärung mit meiner Kunst
Ich möchte Blogartikel und Therapiemanuale zum Thema psychische Gesundheit schreiben und sie mit meinen Zeichnungen verbinden.
2.Ein Herzensprojekt
Gemeinsam mit Sabine Schlotz entsteht ein Projekt, das Sternenmamas und Familien in Zeiten von Verlust und Trauer begleitet und unterstützt.
3.Mehr Zeit für mich
Weniger machen, mehr fühlen. Ich möchte mir bewusst Zeit nehmen für Klangschalenmassagen, Tarotkarten, Familienaufstellungen und alles, was mich innerlich wachsen lässt.
4.Verbindungen leben
Schluss mit leeren Versprechen. Ich möchte jeden Monat mindestens eine Freundin besuchen, die ich lange nicht gesehen habe. Vic, Corinna, Mel, Anna, … macht euch bereit :-)
5.Gastartikel schreiben
2026 möchte ich mehrere Gastartikel zu den Themen psychische Gesundheit und Kreativität veröffentlichen. Wenn du einen passenden Blog hast und Gastautorinnen suchst: hello@karinaroepcke.de
6.Mein Motto für 2026
Meine Kreativität heilt mich selbst und andere.

2026 wird es nicht einfacher, aber mit Sicherheit weniger schwer.
*unbezahlte Werbung
**ATC-Karten sind kleine Kunstwerke im Scheckkartenformat, die man tauscht wie früher die Sticker auf dem Schulhof. ATC steht für Artist Trading Cards. Jede Karte ist ein Unikat und reist nach der Fertigstellung per Post zu anderen Künstler*innen. So schön analog inmitten der digitalen Welt.
Titelbild 📷 : Katrin Bieneck













































Liebe Karina,
das ist ein sehr schöner und berührender Jahresrückblick. Ich hatte deinen Adventskalender abonniert und deine Mini-Mes inspirieren mich sehr. Ich kann leider nicht so gut zeichnen wie du, aber ich versuche mich weiter daran.Außerdem habe ich 2024 auch das Pilgern für mich entdeckt. Und seit anfang des Jahres bin ich auch bei TCS dabei. Ich wünsche dir auf jeden Fall ein leichtes und buntes 2026.Buen Camino, Rita
Liebe Karina,
was für ein bewegtes Jahr! Ich beginne wie Cirsten, denn es war tatsächlich ein Jahr voller Veränderungen. Solche Jahre kommen, auch wenn wir sie nicht wollen, und oft bleibt uns nichts anderes übrig, als wieder Kraft zu tanken. In diesen Zeiten habe ich gelernt, dass die Kunst eine treue Freundin ist, die unterstützt und das Leben mit Lebensfreude erfüllt.
Dein neues Motto spricht mich sehr an! Deine Projekte für 2026 sind großartig, insbesondere die Idee, über psychische Gesundheit zu schreiben. Ich werde auf jeden Fall regelmäßig deine Website besuchen. Besonders begeistert haben mich deine kleinen Bilder… und als ich diese Tasse sah, wusste ich sofort: Wenn du einmal solche Tassen verkaufst, möchte ich jetzt schon eine bestellen!
Ganz…
Liebe Karina, so so lieben Dank, dass du dieses wilde und aufwühlende Jahr, dass dich von Beginn an immer wieder gechallenged hat, aufgeschrieben hast. Du kannst so stolz auf dich sein. So viel Wachstum, so viel Mut und so viele Entscheidungen, die getroffen werden wollten oder müssten. Auch wenn es dich viele Tränen gekostet hat (und mich einige beim Lesen), war es ein sehr reinigender Abschnitt in deinem Leben. Ich freue mich auf unser gemeinsames Blogabenteuer und unseren Austausch in 2026. Deine Freundin und Blogbuddiline Susanne
Tochter, ich liebe dich und unser Sternenkind darf sich zeigen. Es gehört zur Familie. So vieles hast du mit dir Allein getragen. Schön, das ich dich lieben darf.
Liebe Karina, so ein spannender und vielfältiger Artikel. Und deine Bilder und Fotos finde ich ganz toll! 2025 war kein einfaches Jahr - ich glaube, das haben viele so empfunden, ich ja auch. Mal schauen, was uns das Jahr 2026 so bringt. Ich hoffe, dass ich mehr Leichtigkeit ins Leben lassen kann. Das wäre doch was :-) Liebe Grüße, Sirun