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Der Weg des Künstlers: Wie Morgenseiten meine Mini-Mes in die Welt brachten

Aktualisiert: 8. Aug.

Mein Beitrag zu Melanies Blogparade „Welches Buch hat dein Leben verändert?"


Zeichnung von Karina Röpcke eines Mini-Mes, das ein Buch umarmt; Titel Julia Cameron, Der Weg des Künstlers, ruhige Kreativitätsbotschaft


Mein absolutes Lieblingsbuch. Meine kreative Bibel.

So habe ich Der Weg des Künstlers von Julia Cameron schon einmal beschrieben, in einem Artikel über drei Bücher, die mein Leben auf den Kopf gestellt haben. Und trotzdem hätte ich damals nicht ahnen können, wie tief dieses Buch noch in mein Leben eintauchen würde.

Es stand ewig auf meiner Kaufliste. Ich schob es vor mir her und fand es schließlich in einer kleinen Buchhandlung in Hamburg.

Dann kam eine Affirmation aus Woche 1 des Buches, die mich anfangs fast abgestoßen hat: „Meine Kreativität heilt mich selbst und andere."

Puh. Wie übergriffig, dachte ich. Wie groß das klingt. Wie weit weg von mir.

Heute ist genau dieser Satz mein Motto für 2026 und der am meisten notierte in meinen Morgenseiten (drei handgeschriebene Seiten, die ich jeden Morgen schreibe). Aus diesen Seiten wurden Zeichnungen. Aus den Zeichnungen wurden Mini-Mes, meine selbstgezeichneten Figuren, die meine Gefühle ausdrücken, mein Erlebtes festhalten und in meinen Blogartikeln über mentale Gesundheit aufklären.

Wie das passiert ist? Das erzähle ich dir hier.


Der Weg des Künstlers

Der Weg des Künstlers von Julia Cameron ist 1992 erschienen und hat seitdem unfassbar vielen Menschen geholfen, ihre Kreativität wiederzufinden. Oder zum ersten Mal wirklich zu leben.

Das Herzstück: zwölf Wochen, zwei Übungen. Jeden Morgen drei handgeschriebene Seiten, die sogenannten Morgenseiten. Und einmal pro Woche ein Kreativtreff mit dir selbst, etwas, das nur dir gehört.

Kein Ratgeber im klassischen Sinne. Kein „5 Tipps für mehr Kreativität". Eher ein schöner Begleiter, der dich sanft anschubst und fragt: Was wolltest du eigentlich schon immer tun?


Inhaltsverzeichnis





Ein Buch, das nicht locker ließ: meine erste richtige Begegnung mit Der Weg des Künstlers


Es stand schon lange auf meiner Kaufliste. Immer wieder ploppte es auf meinem Handy auf, wurde empfohlen, tauchte in Bücherschränken auf. Ich sah es, klickte weiter, legte es weg. „Irgendwann", dachte ich. „Wenn die Zeit passt."

Dann war ich bei meiner Freundin Vivi in Hamburg zu Besuch. Wir schlenderten durch die Marktstraße, über den kleinen Platz gegenüber der U-Bahn-Station Feldstraße, und standen plötzlich vor einer kleinen Buchhandlung.

„Komm, lass uns reingehen", sagte ich. Ich liebe es, Bücher zu kaufen, wenn ich auf Reisen bin. Es fühlt sich an wie ein kleines Souvenir für den Kopf. Ich steuerte direkt auf die Spiri-Abteilung zu, strich mit dem Finger über die Buchrücken und blieb stehen. Da war es: Der Weg des Künstlers von Julia Cameron.

Diesmal musste ich es einfach kaufen. Ich arbeitete selbst gerade an einem Coachingprogramm, bei dem es darum ging, Menschen wieder mit ihrer eigenen Kreativität zu verbinden. Das Buch lag da, als hätte es auf mich gewartet. Ich kaufte es. Und bereits im Zug zurück nach Leipzig las ich die ersten Seiten. Dass es sich um ein Zwölf-Wochen-Programm handelte, wurde mir erst da so richtig bewusst.



Meine Erfahrung mit den Morgenseiten: Drei Seiten? Jeden Morgen? Wirklich?


„Damit Sie Ihre Kreativität fördern können, müssen Sie sie zunächst einmal finden. Um dieses Ziel zu erreichen, bitte ich Sie, ein auf den ersten Blick sinnloses Verfahren anzuwenden: das Schreiben der Morgenseiten."

Julia Cameron, Der Weg des Künstlers


„Drei Seiten? Jeden Morgen? Was soll ich da nur erzählen?"

Das war mein erster Gedanke. Und trotzdem griff ich zum Stift.

Am 17. Juni 2024 legte ich los. Oben auf der Seite stand:

„Meine ersten Morgenseiten! 17.06.2024. Ich habe gerade dieses schöne Notizbuch entdeckt. Ich hab es vor fast zwei Jahren, an meinem Geburtstag, von Andrea geschenkt bekommen. Wir haben uns zum Frühstück in Altona getroffen. Lange stand es neben meinen anderen Notizbüchern, die teilweise beschrieben und teilweise noch neu sind. Ich nehme es aus dem Schrank und die Überschrift auf dem Cover: everyday adventures."

Passt, dachte ich.

Und am Ende schrieb ich: „Geschafft! Meine ersten drei Morgenseiten, jippie ... der wichtigste Schritt ist getan :-) Bis morgen!"


Das Buch fordert dreierlei: drei Seiten von Hand schreiben, und zwar jeden Morgen, einmal pro Woche einen Kreativtreff mit sich selbst einplanen, und sich auf die zwölf Wochen einlassen.

Ich hab's getan.



Meine erste Sketchnote und der Prototyp meiner Mini-Mes


Genau einen Monat später beantwortete ich eine Aufgabe aus dem Buch. Die Anweisung lautete: „Führen Sie, in der Reihenfolge von wichtig bis gering oder umgekehrt, zehn Veränderungen auf, die Sie gerne vornehmen würden. Beginnen Sie dabei folgendermaßen: Ich würde gerne ..."

Meine Nummer 9: Ich würde gerne mehr zeichnen. Meine Nummer 10: Das mache ich heute Abend. Und dahinter zeichnete ich direkt ein kleines Blatt Papier mit der Aufschrift: „To Do: Heute abend zeichnen." Gezeichnet hatte ich ja schon immer, also ab dem Zeitpunkt, als ich als Knirps einen Stift halten konnte. Aber das war meine erste Sketchnote. Dabei half mir ein kleiner Zufall: Im Notizbuch lag noch ein A5-Blatt mit Sketchnote-Zeichnungen, eine Vorlage, die ich längst vergessen hatte. Genau das wurde meine Inspiration. Strichmännchenartig, ganz einfach und ehrlich. Und wenn ich heute zurückschaue: praktisch der Prototyp meiner Mini-Mes, entstanden durch eine einzige Buchaufgabe.


Bullet-Journal-Seite mit Schwarzweiß-Doodles, Pfeilen und Bannern; unten handschriftlich: TO DO: HEUTE ABEND ZEICHNEN.


Es folgten kleine About Today-Zeichnungen: mein Partner und ich beim Shoppen, beim Reisen mit der Deutschen Bahn, ich beim Bloggen. Klein und spontan, aber sie hielten meinen Alltag fest wie ein visuelles Tagebuch.


Skizzenbuchseiten von Karina Röpcke mit Comicfiguren in Superheldenkostümen, pinken Details und Text über Alltag und Geduld


Drei Kurse auf Domestika (einer Online-Kreativplattform mit Fokus auf Design, Illustration und Handwerk), die ich in dieser Zeit buchte, taten ihr Übriges und brachten meine Mini-Mes zum Leben.



Als Zeichnen Therapie wurde: der Sommer, als meine Mom ins Krankenhaus musste


Meine Mom hatte eine Routine-OP. Alles sollte unkompliziert laufen. Mein Partner holte sie aus der Klinik ab, sie sollte ein paar Tage bei uns übernachten, einfach zur Sicherheit nach der Narkose.

Es war unfassbar heiß draußen. Sie schlief viel, aß fast nichts, trank wenig. Ich schrieb in mein Tagebuch, wie aufgewühlt ich war. Sie war schwach, blass, schweißnass, kraftlos. Als ich sie bat, ein paar Treppenstufen mit mir zu laufen, konnte sie es kaum. Mein Partner Rico half mir, sie zurück ins Bett zu bringen. Ich rief in der Klinik an. Letztendlich fuhren wir in die Notaufnahme. Nach stundenlangen Untersuchungen trat die Ärztin zu mir auf den Krankenhausflur.

"Malignom in der Lunge", sagte sie. Und irgendetwas mit Raumforderung. Ich stieg zu meinem Partner ins Auto, googlte Malignom und war geschockt. Das hatte sie mir gesagt? Auf dem Flur einer Notaufnahme? Die Luft war schwer, wie die Diagnose, die im Raum stand.

Was mir in dieser schweren Zeit half: meine Morgenseiten. Und das Zeichnen.

Ich zeichnete unsere Besuche in der Klinik. Wie ich den Garten meiner Mom goss, während sie nicht konnte. Die verstörenden Gespräche, in denen sie anfing, meinem Partner und mir den Garten schmackhaft zu machen, als ob sie... nein. Das zeichnete ich auch. Und das Gespräch, in dem ich durch "Zufall" erfuhr, dass es sich zum Glück „nur" um eine Lungenentzündung handelte.

Diese kleinen Strichmännchen hielten meine Gedanken fest. Ließen meine Befürchtungen raus. Gaben meiner Angst einen Ort.


„Angst ist das, was einen Künstler blockiert. Die Morgenseiten räumen die Angst beiseite." Julia Cameron, Der Weg des Künstlers


Ich brauchte die Bilder, um zu verarbeiten.

Warum mir das Schreiben allein nicht gereicht hat? Ich weiß es nicht genau. Was ich weiß: Zeichnen war für mich, seit ich denken kann, so etwas wie Beruhigung. Etwas, das ich konnte. Etwas, das immer verfügbar war. Ich brauchte nur einen Stift und Papier. Und in diesem Sommer brauchte ich es mehr als jemals zuvor.


Handgezeichnete Skizze eines Gesprächs mit drei Figuren; Sprechblasen und Notizen


Aus Strichmännchen wurden Mini-Mes


Heute trenne ich meine Seiten.

Ich habe mein Texttagebuch, dass sich manchmal eher anfüllt, wie eine endlos-lange To-Do-Liste, in dem an manchen Tagen drei Seiten mit Gedanken gefüllt sind und an anderen weniger. Und ich habe ein visuelles, kreatives Tagebuch, in dem meine Mini-Mes leben.

Sie haben sich weiterentwickelt, diese kleinen Figuren. Optisch, aber vorallem in dem, was sie ausdrücken. Ich zeichne immernoch About the Day-Zeichnungen. Ich zeichne Monatsbucketlisten mit Dingen, die ich unbedingt erleben möchte. Ich zeichne meine Gefühle, wenn alles zu viel wird.

Und ich zeichne Mini-Mes, die in meinen Blogartikeln aufklären: zum Beispiel darüber, was Skin-Picking ist oder zum Thema Angst.

Eine Buchaufgabe. Zehn kleine Veränderungen. Nummer 9: Ich würde gerne mehr zeichnen. Daraus wurden meine Mini-Mes.

Manchmal braucht es nur einen einzigen Satz, den man aufschreibt, um etwas in Bewegung zu bringen. Und manchmal braucht es ein Buch, das einen daran erinnert, dass Kreativität kein Luxus ist, sondern ein Weg nach Hause zu sich selbst. Der Weg des Künstlers hat mir diesen Weg gezeigt und ich darf ihn bis heute gehen.



Texttagebuch / Morgenseiten

Mein visuelles Tagebuch / Mini-Mes

Format

3 handgeschriebene Seiten

Zeichnungen, Illustrationen, Mini-Mes

Wann

Täglich, morgens

Wenn Worte einfach nicht reichen

Was drin steckt

Gedanken, Gefühle, Alltag, alles was raus muss

About the Day, Monatsbucketlisten, Gefühle wenn alles zu viel wird, Aufklärung zu mentaler Gesundheit

Werkzeug

Stift und Notizbuch

Stift, Papier, Fineliner

Funktion

Loslassen, Klarheit gewinnen, verarbeiten

Verarbeiten durch Bild, ausdrücken und mit dir teilen



Mini-Mes von Karina Röpcke in einem visuellen Tagebuch mit meditierender Frau, Text: Meine Pläne für das Jahr 2025, Das Leben und Komfortzone.




Dein eigener Weg des Künstlers beginnt vielleicht hier


Mittlerweile gibt es auch die Fortsetzung: Spirituelle Führung auf dem Weg des Künstlers von Julia Cameron. Darin kommt neben den Morgenseiten, dem Kreativtreff und den ebenfalls im ersten Buch empfohlenen Spaziergängen noch eine vierte Säule hinzu: die Bitte, geleitet zu werden. Ich bin noch nicht ganz durch mit dem diesmal 6- statt 12-Wochen-Programm.

Egal, was jetzt noch kommt: Das erste Buch hat sein Versprechen mehr als gehalten. Und nicht nur das, es hat meine kleinen Mini-Mes in die Welt gebracht. Mit denen an meiner Seite kann mich nichts mehr so schnell umhauen.

Und vielleicht liest du das hier und denkst: „Ich möchte das auch. Ich brauche auch so kleine Superhelden um mich herum, mit denen ich meine Welt gestalten kann." Dann ist mein Freebie „Zeichne dein erstes Mini-Me" vielleicht genau das Richtige für dich. Ich zeige dir Schritt für Schritt, wie du deine eigene kleine Figur aufs Papier bringst, ganz ohne Vorkenntnisse, ganz ohne Perfektion.


Der Weg des Künstlers ist meine absolute Herzensempfehlung. Wenn du spürst, dass da etwas in dir ist, das raus möchte, hol es dir. Du wirst staunen, was ein Stift, ein Notizbuch und drei Seiten am Morgen in Bewegung bringen können. Und wenn du danach Lust hast, dein eigenes Mini-Me zu kreieren, klick gerne auf das Bild oder den Button und melde dich kostenlos an.


Alles Liebe – Karina 🤍



Freebie Zeichne dein erstes Mini-Me von Karina Röpcke - kostenloser Download



2 Kommentare


eva
30. Juli

Liebe Karina, danke für den Beitrag, auf den ich durch die Blogparade gestoßen bin. Ich kenne den Weg des Künstlers auch, aktuell lese ich Julia Camerons Buch: Es ist nie zu spät, neu anzufangen. Ich habe mir das Buch fast zehn Jahren, kurz vor meinem 60. Geburtstag gekauft, inzwischen starte ich einen neuen Versuch, höchste zeit, weil ich bald 70 werde. einer meiner Wünsche: ich möchte zeichnen lernen. Deine Mini-Mes finde ich spannend - und den Weg, den du gegangen bist, auch. LG eva

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Pia Hübinger
30. Juli

Liebe Karina,


was für ein berührender und ehrlicher Beitrag – danke, dass du deinen Weg mit „Der Weg des Künstlers" und der Entstehung deiner Mini-Mes so offen teilst! Besonders die Geschichte mit deiner Mom hat mich sehr bewegt, und wie viel Kraft dir das Zeichnen in dieser Zeit gegeben hat.


Ich liebe dieses Buch auch von ganzem Herzen und habe es erst kürzlich wieder hervorgeholt. Vor etwa 20 Jahren habe ich es in meinen Seminaren an der Hochschule für Musik und Tanz Köln mit den Studierenden durchgearbeitet – wir haben das komplette 12-Wochen-Programm gemeinsam durchlaufen. Ich denke sehr gerne an diese Zeit zurück, an die Morgenseiten, die Kreativtreffs und wie viel sich dadurch bei den Studierenden bewegt hat.


Das zweite…


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Über mich

Hi, ich bin Karina Röpcke.

Ich bin Künstlerin, Bloggerin und Kreativberaterin aus Leipzig. Ich gebe Mal- und Kreativ-Workshops, illustriere für Unternehmen und liebe es vor allem, Menschen beim kreativen Arbeiten zum Strahlen zu bringen. Mit meinen Mini-Mes, kleinen gezeichneten Figuren meiner selbst, verbinde ich Kunst und mentale Gesundheit auf ganz eigene Weise. Meine Überzeugung: Jeder Mensch ist kreativ. Man muss sich nur wieder daran erinnern.

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