Kindheitserinnerungen: Es geht nie nur um die Erinnerung
Zusammenfassung meiner Blogparade: Kindheitserinnerungen, die ich dieses Jahr unbedingt wiederholen möchte

Es war meine dritte Blogparade und bei der Themenauswahl wollte ich eigentlich nur eines: die Leichtigkeit von damals als Kind zurück. Ich war hochmotiviert. Schnappte mir mein visuelles Tagebuch und zeichnete meine Mini-Me-Abhak-Buchetliste, genau so, wie ich es liebe. Mini-Mes sind selbstgezeichnete Figuren, die aussehen wie ich. Und da war es plötzlich: dieses schöne, warme Gefühl. Genau dieses Gefühl wollte ich auch dir mitgeben. Ich wollte, dass du es beim Schreiben deines eigenen Artikels spürst. Was dann kam? Prokrastination. Wochenlang.
Aber nun war es eben meine eigene Blogparade. Und nachdem ich sogar schon die ersten Teilnehmerinnen in den Kommentaren entdeckte, war klar: Ich komme nicht drumherum. Mein eigener Artikel wollte geschrieben werden. Und natürlich auch der dazugehörige Rückblick mit all den entstandenen Blogartikeln.
Und jetzt sitze ich hier, habe alle Beiträge noch einmal gelesen und veröffentliche endlich meinen Wrap-up, also die Zusammenfassung all der Artikel, die im Rahmen meiner Blogparade entstanden sind.
Was ich dabei fühle, ist vor allem eins: Dankbarkeit.

Meine Mini-Me-Bucketliste war schon lange fertig. Es fehlte nur noch der eigene Artikel zur Blogparade.
Inhaltsverzeichnis
Die Beiträge im Überblick
Autorin | Artikel | Link |
|---|---|---|
Mascha | Bin ich Kind geblieben? | |
Pia Hübinger | Man kann seine Kindheit nicht wiederholen. Nur besuchen. | |
Mara Hoffmann | Revival für Findus‘ Pfannkuchentorte und ein Tag voll Katze | |
Sadhana | Kommentar | |
Gisela | Kommentar | |
Karina (Mein eigener Artikel) | Das wünsche ich mir wirklich aus meiner Kindheit zurück |
Mascha: Bin ich Kind geblieben?
Maschas Artikel war der erste, der als Kommentar unter meinem Aufruf erschien. Und er kam über meinen Newsletter, was mich doppelt gefreut hat. Beim Öffnen der Seite trifft mich direkt das Titelfoto: eine Collage. Wunderschön.
Mascha hat diesen Artikel an einem besonderen Tag geschrieben. Am 27. Juni war sie genau 66 einhalb Jahre alt. Dass sie sich ausgerechnet an diesem Halbjahresgeburtstag Zeit zum Schreiben genommen hat, berührt mich.
Ihr Text ist wie ihre Bilder: ehrlich, leise und voller kleiner Momente. Sie hat sich gefragt, was sie aus ihrer Kindheit nie losgelassen hat. Und stellt fest: vieles ist noch da. Das Collagen kleben, die Natur, die Bilder. Manches geht nicht mehr, aus körperlichen oder wirtschaftlichen Gründen. Aber sie trauert dem nicht nach. Ich finde viele Gemeinsamkeiten mit mir, beim Schaukeln zum Beispiel.
Mein Lieblingszitat aus ihrem Artikel:
„Mit zunehmendem Alter verlieren Bucketlists zunehmend an Bedeutung."
Der hat mich erwischt. Denn ich bin, das sage ich ohne Scham, die Königin der Bucketlisten.
Die Bilder, die Collagen, die Zeichnungen und die kleinen Anmerkungen unter ihren Texten, all das hat mich wirklich berührt. Von Herzen danke, liebe Mascha, fürs Teilen.
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Pia Hübinger: Man kann seine Kindheit nicht wiederholen. Nur besuchen.
„Erinnerungen sind Wegweiser. Sie bleiben nicht nur, weil sie spektakulär waren, sondern weil sie etwas in uns berühren."
Pia kenne ich aus der The Content Society von Judith Peters, und ich kenne viele ihrer Artikel. Sie bleibt nie an der Oberfläche. Sie geht tiefer, stellt Thesen auf, hinterfragt sie erneut. Genau das liebe ich an ihr.
Und auch dieser Artikel ist so. Pia schreibt, dass schon beim Lesen meiner Impulsfragen der Widerstand in ihr aufkam. Genau das meine ich, wenn ich sage, dass dieses Thema mehr aufmacht als man erwartet.
Sie beschreibt ganz konkret, was sie sich vornimmt. Ihr Sockenstrickzeug hat sie wieder ausgepackt. In den Sommerferien will sie mit ihren Kindern malen, Aquarell, Zentangle. Und dann eine Technik, die mich sofort begeistert hat: Man steckt den Bleistift durch ein Taschentuch, legt das Tuch über das Papier und zeichnet, ohne zu sehen, was entsteht. Erst hinterher hebt man das Tuch. Man kann nicht korrigieren. Das Bewerten wird gleich mit ausgeschaltet.
Und dann: der Weg des Künstlers. Julia Camerons Buch hat sie für sich wiederentdeckt und nimmt sich vor, wieder Morgenseiten zu schreiben. Als Morgenseiten-Liebhaberin hat mich das besonders gefreut.
„Vielleicht ist das das größte Geschenk unserer Kindheit. Sie erinnert uns daran, dass dieser Mensch einmal in uns gelebt hat. Und dass er noch immer da ist."
Danke, liebe Pia, für diesen ehrlichen, tiefen Artikel.
Mara Hoffmann: Revival für Findus‘ Pfannkuchentorte und ein Tag voll Katze
Mara hat mir per E-Mail geschrieben: Sie ist dabei, live, am 29. Juli. Für uns beide war das eine Premiere. An diesem Tag habe ich in ihrer Instagram-Story verfolgt, wie ihr Artikel Satz für Satz entstand. Was für eine Idee.
Mara ist Katzenverhaltensberaterin für Familien, aber ihre Kindheitserinnerung führte sie geradewegs in die Küche. Mit ihrem ältesten Sohn hat sie damals eine Findus-Pfannkuchentorte gebacken, nach dem Kinderbuchklassiker von Sven Nordqvist. Dieses Mal wollte sie das mit ihren beiden Jüngsten wiederholen. Vegan. Und mit allem, was dazugehört, wenn man mit Kindern backt.
Das hat mich berührt: Erinnerungen werden nicht eingemottet. Sie werden weitergegeben.
Wenn du jetzt Lust auf das Rezept bekommen hast, findest du hier den ganzen Artikel. Von Herzen danke, liebe Mara, für die Teilnahme, das Instagram-Live-Experiment und das leckere Findus-Rezept.
Und noch zwei besondere Stimmen aus den Kommentaren
Sadhana
Sadhana hat keinen eigenen Artikel geschrieben, aber ihr Kommentar hat mich zum Lachen gebracht. Sie schreibt, dass sie die kindliche Freude ganz bewusst in ihren Alltag holt, vor allem wenn sie merkt, dass sie zu rigide wird. Auf Festivals fühlt sie sich nachts wie Alice im Wunderland. Und neulich ist sie mit ihrer 18-jährigen Tochter durch ein Gewitter geradelt. Sie wussten, dass sie nass werden würden. Sie wurden nass. Richtig nass. Durch Pfützen, die 50 Zentimeter tief waren, an einer Stelle mit echter Sorge, dass ein Kleinwagen darin schwimmen könnte. Und sie haben gelacht und gejuchzt.
Sadhana, du hast einfach einen meiner Bucketlisten-Punkte abgehakt. Ich bin ein bisschen neidisch. Zumal ich das Pfützenspringen bis heute noch nicht getan habe.
Gisela
Gisela ist meine Mutter. Sie hat keinen Blogartikel geschrieben, sondern einfach losgetippt. Ein Strom von Erinnerungen: der Musiklehrer Becker, die erste Zugfahrt allein mit elf Jahren, ihre Schulfreundin Annedore, die sie seit 1960 kennt. Kirschen pflücken mit Opa ganz oben in den Ästen. Aus Omas Teigschüssel naschen. Die Küche als Sammelplatz der Familie, neun Personen.
Am Ende schreibt sie: „Ich denke, es reicht erst mal."
Ich denke, es reicht für ein ganzes Leben.
Meine Mutter lebt das innere Kind. Sie kam sehr jung ins Internat, durfte nur in den Ferien nach Hause. Viele Jahre hat sie die Depression gefangen gehalten. Seitdem sie da rausgefunden hat, lässt sie sich von niemandem mehr etwas verbieten. Sie tanzt, singt, kleidet sich bunt, fernab aller Norm.
Oft bin ich die Erwachsene von uns beiden. Und mit zunehmendem Alter liebe ich es, mir dieses Kindsein von ihr abzuschauen.
Mein eigener Artikel: Das wünsche ich mir wirklich aus meiner Kindheit zurück
Mein ursprünglicher Plan war simpel: eine kleine Bucketliste mit Kindheitserinnerungen, die ich einmal wiederholen und dann abhaken wollte. Schöne Momente nochmal erleben, das Gefühl von Leichtigkeit zurückholen. So weit der Plan.
Ich überlegte, zeichnete. Und dann kam der Widerstand. Woche für Woche schob ich den Artikel auf. Ich prokrastinierte. Warum eigentlich? Es sind doch nur schöne Erinnerungen.
Die Blogparade war längst draußen, die ersten Kommentare standen schon unter meinem Aufruf, nur mein eigener Artikel fehlte noch.
Irgendwann habe ich mir von meiner Mutter die alten Fotoalben geholt, mich damit auf den Fußboden gesetzt und darin geblättert. Krass. Da kam ordentlich was hoch.
Wie passend, dass genau in dieser Zeit die Fotoausstellung von Harald Kirschner „50 Jahre Grünau" lief. Aufgewachsen auf einer ewigen Baustelle, die für mich das reinste Paradies war.
Aus der Bucketliste wurde etwas anderes. Nicht die Erinnerungen sind es, was ich zurück will. Es ist das Gefühl dahinter. Die Freiheit. Das sanfte Wissen: Mir steht die ganze Welt offen.
Pias Artikel hat dabei etwas in mir angestoßen, das diesen Gedanken nochmal weitergeführt hat.

Zeichnungen und ein Foto von mir, die ich in den alten Alben meiner Mom entdeckt habe.
Was diese Blogparade mit mir gemacht hat
Ich bin dankbar.
Dankbar für all die Menschen, die sich die Zeit genommen haben, mitzumachen. Für ihre Geschichten, ihre Gedanken und den Mut, auch dort hinzuschauen, wo es vielleicht nicht ganz so bequem wird. Das ist keine Selbstverständlichkeit.
Was mich beim Lesen aller Beiträge besonders berührt hat, war die Unterschiedlichkeit der Wege, die daraus entstanden sind. Pia hat Dinge aus ihrer Kindheit wieder aufgegriffen und dabei gemerkt, dass sie noch immer etwas in ihr berühren. Mara hat eine Erinnerung mit ihren Kindern neu erlebt. Sadhana holt sich die kindliche Freude ganz bewusst in ihren Alltag. Bei Mascha zeigt sich, dass manches geblieben ist, während anderes heute nicht mehr möglich ist. Und Gisela zeigt mir immer wieder, dass dieses innere Kind auch im Erwachsenenalter seinen Platz haben darf.
Und plötzlich war da für mich ein gemeinsamer Gedanke: Wir können unsere Kindheit nicht zurückholen. Aber wir können entdecken, was von ihr noch in uns steckt.
Ob ich selbst noch einmal eine Blogparade starte, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich habe gemerkt, wie viel freier ich mich fühle, wenn ich an den Paraden anderer teilnehme. Vielleicht darf diese Erfahrung einfach genau so stehen bleiben.
Was bleibt, ist meine Dankbarkeit für all die Geschichten, die durch diese Blogparade zusammengekommen sind. Und vielleicht auch die Erinnerung daran, dass ein Blick zurück etwas sichtbar macht, das im Heute noch seinen Platz sucht. Das ist manchmal ein Stück Kindheitsverarbeitung.
Und die ist nicht immer leicht. Aber vielleicht muss sie das auch gar nicht sein.
Hast du eine Kindheitserinnerung, die du gern noch einmal erleben würdest? Schreib mir gern. Und wenn dieser Artikel etwas in dir berührt hat, dann freue ich mich, wenn wir uns öfter lesen. Jeden Donnerstag schicke ich dir einen ehrlichen Text über Kreativität, mentale Gesundheit und das, was mich gerade bewegt. Nur ganz kurz und kein Hochglanz. Versprochen.
Alles Liebe - Karina 🤍
Falls ich etwas nicht ganz getroffen habe, sag mir gern Bescheid. Ich passe den Text dann liebend gerne an.







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