top of page

Suchergebnisse

117 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche

  • „Schubladen sind zum Öffnen da.“ Interview mit Gisela Röpcke über ihre Depression

    Gisela Röpcke, sie ist nicht nur meine Mutter, sondern auch Künstlerin, Schauspielerin und Mediatorin für Kinder an einer Leipziger Grundschule. Als gelernte Physiotherapeutin erhielt sie mit ca. 45 zum ersten Mal die Diagnose Depression. Heute nennt sie sie Pechfass, Leere, schwarze Dame, schwere dunkle Decke. Am Sterbebett ihres geliebten Ehemannes Axels und mittendrin in einer schweren depressiven Episode, entschied sie sich bewusst fürs Leben. Es erfüllt mich mit unfassbar großer Dankbarkeit, dass ich heute dieses Interview mit ihr führen darf. (Achtung: Triggerwarnung Suizidalität) Inhaltsverzeichnis Stell dich kurz vor? Wer bist du? Wo lebst du? Was machst du? Du hattest eine Depression. Fällt es dir leicht, deine Erfahrung zu teilen? Wann hast du das erste Mal gemerkt, da stimmt etwas nicht? Die Depression ist eine Erkrankung. Das Stigma der Depression ist: "Betroffene sind faul oder demotiviert. Sie müssen sich nur aufraffen." Dies ist falsch und die Antriebslosigkeit ist der Depression geschuldet. Wie hast du diese Zeit für dich empfunden? Wie ging es dir während der depressiven Episoden? Wie war dein Schlaf zu dieser Zeit? Wie war dein Appetit? Eine weitere Diagnose lautete "Bipolar". Magst du aus deiner Sicht erklären, was das bedeutet? Hattest du therapeutische Unterstützung? Wie hast du den Weg herausgefunden? Gab es etwas oder jemand, der dir dabei geholfen hat? Wie geht es dir heute? Kannst du heute sagen, dass die Depression im Rückblick ein Wendepunkt in deinem Leben war? Was empfiehlst du Menschen, die an einer Depression oder bipolaren Störung erkranken? Und was können aus deiner Sicht Angehörige tun, um zu helfen? Gibt es noch etwas, was du gerne hinzufügen möchtest? Anmerkung Stell dich kurz vor? Wer bist du? Wo lebst du? Was machst du? Ich liebe meinen Namen Gisela, auf den ich seit 69 Jahren höre. Ich bin die Wegbegleiterin von Karina, als Mutter und lebe in meiner Lieblingsstadt Leipzig. Seit 7 Jahren bin ich in der Theatergruppe „Selbst & Los“ und jetzt ein Teil des Projektes der Kulturbummler. Ich bin die Kunst in der Kunst - schreibe, singe und tanze gern. Seit zwei Jahren arbeite ich im Ehrenamt als Mediatorin in an einer Leipziger Grundschule. Du hattest eine Depression. Fällt es dir leicht, deine Erfahrung zu teilen? Über die Erfahrung der Krankheit zu sprechen fällt mir jetzt leichter und das Wort Depression löst in mir Wut und Unbehagen aus. Ich nenne sie eine kollektive schwere Decke nicht gelebter oder überbewerteter Gefühle. Was meinst du genau damit? Das Wort Depression bedeutet Druck. Unter meiner Wut ist die Trauer verborgen, dass so viele wunderbare Menschen, in meinem Umkreis in ihrem Teufelskreis verharren und aus dieser negativen Spirale nicht herausfinden. Ich habe für mich erfahren, dass wenn du Entscheidungen triffst, es genauso ein langer Prozess ist, wie darin stecken zu bleiben. Heute habe ich das Gefühl, mit meiner Freude nicht gehört zu werden. Und das macht mich wütend. Wann hast du das erste Mal gemerkt, da stimmt etwas nicht? Es standen viele neue Ereignisse an und ich war überfordert. 2002 verstarb mein Vater, 2004 die Mutter. Im Dezember 2004 zog mein Lebensgefährte nach Leipzig. Dazu kamen betriebliche Veränderungen. Karina begann ihr Studium in Schneeberg. Beim Umzug meines Lebensgefährten stand ich schon neben mir. Nach einem Vortrag über Nahtoderfahrung wurde mir das Tor zur Dunkelheit eröffnet. Die Depression ist eine Erkrankung. Das Stigma der Depression ist: "Betroffene sind faul oder demotiviert. Sie müssen sich nur aufraffen." Dies ist falsch und die Antriebslosigkeit ist der Depression geschuldet. Wie hast du diese Zeit für dich empfunden? Für mich war es eine Leere, ein seelisch-schweres Ausruhen. Wenn du mir die Frage stellst: "Was ist eine Depression?", würde ich Folgendes antworten: Die Depression liegt wie eine schwere dunkle Decke über vielen verschiedenen Krankheitsbildern. Für mich ist sie eine Massenhypnose der negativen Erfahrungen. Die eigenen Gefühle werden unterdrückt oder überbewertet. Es ist das Pechfass, ist die Leere, ist ein zugehangener schwarzer Vorhang in der Sichtweise und Wahrnehmung. Verwirrungen. Starre. Prokrastination. Immer wiederholende Verhaltungsmuster in Worten und Gedanken. Der sogenannte Teufelskreis. Es gibt auslösende Ereignisse und der Leidensdruck ist noch nicht stark genug, um die Entscheidung zurück zum Leben zu treffen. Die Depression hat einen Nutzen: Sie will versorgt und die Verantwortung muss nicht übernommen werden. Für mich war es ein Haben-Status. Wie ging es dir während der depressiven Episoden? Ich arbeitete als Physiotherapeutin in der orthopädischen Klinik. Heute ist sie eine Klinik für Psychotherapie. Durch meine Sehbehinderung war für mich die Arbeit am Computer schwierig und die Arbeit in der Frauenklinik später beängstigend und lähmend. Es folgten Aufenthalte in der Tagesklinik, drei Suizidversuche und weitere längere Krankenhausaufenthalte in Schkeuditz und im Park-Klinikum Leipzig. In mir war es leer und ich schwieg. Wen sollte ich belasten mit dem täglichen Teufelskreis sich zu Töten? Ich war sprachlos, meine Sichtweise ein kleines Dreieck und für die Familie war ich taub. Wie war dein Schlaf zu dieser Zeit? Wie war dein Appetit? Ich konnte lange und tief schlafen. War in den Bewegungen ausgebremst. Mein Lebensgefährte war liebevoll. Selbst mit einer Kinderlähmung geschlagen. Wir waren trotz dieser Schwere unserer Bindung viel unterwegs. Besuchten Theater, Ausstellungen und waren oft im Garten. Er motivierte mich, so gut er konnte. Hunger verspürte ich nie. Ich hab zuerst viel Gewicht verloren und durch die Medikamente innerhalb kürzester Zeit fast 25 Kilogramm zugenommen. Eine weitere Diagnose lautete "Bipolar". Magst du aus deiner Sicht erklären, was das bedeutet? Mein Leben war geprägt von Diagnosen, aus denen ich mich immer wieder herausgekämpft habe. Diagnosen geben zuerst Sicherheit. Heute sind sie für mich Bewertungen, wie Urteile. Es sind Schubladen, die ich brauche, um zu wachsen. Hattest du therapeutische Unterstützung? Ich war bis 2014 in psychiatrischer Behandlung, mit Medikamentenversorgung. Eine Psychotherapie-Stunde endete mit den Worten: „Wenn sie nicht mit mir reden, kann ich in Urlaub gehen.“ Wie hast du den Weg herausgefunden? Gab es etwas oder jemand, der dir dabei geholfen hat? "Depression ist die Belohnung fürs Bravsein." -Marshall B. Rosenberg* Für mich sind das die wichtigsten Fragen. Für die „schwarze Dame“ gibt es Ereignisse, dass sie erscheint. Und es gibt ein weiteres Ereignis, wodurch Akzeptanz, Heilung und Wachsen oder Aufwachen beginnt. Bei mir war es die Entscheidung gemeinsam mit dem Arzt meinen Mann gehen zu lassen. Er war in der dunklen Zeit immer für mich da und er ist ebenso das Licht in der Zeit des Aufwachens. Wie viel Ohnmacht und Kraft es die Menschen gekostet hat, die mich lieben, konnte ich erst durch den Rückblick auf mein Leben sehen. Da waren Verlustängste und das Gefühl, nicht zu genügen. Diagnosen und Medikamente sind Stützen. Hilfe als Selbsthilfe. Es bedarf die Akzeptanz der Gefühle, um die eigenen Bedürfnisse selbst zu erfüllen. Die Bedürfnisse sind nicht von einer Person, einem Ort, einer Handlung und Zeit abhängig. Die Medikamente setzte ich eigenständig ab, als ich meiner Körpergefährtin (meinem Körper) mein Vertrauen schenkte. Heute lebe ich medikamentenfrei. Die Selbsthilfegruppe "Lebenszeitgewinn", die mir viele Jahre Verständnis und Halt gegeben hat, versuche ich loszulassen. Für mich ist auf der Bühne stehen, Präsent sein, Stimme zeigen beim Spiel und Improvisieren besser als jede Therapie. Zeichnen, Tanzen und Singen und das Vertrauen und die Sicherheit, die ich den Kindern in der Schule schenken darf, ist für mich Freude, Liebe und Motivation. Wie geht es dir heute? "Wir sind 5, wie Finger an der Hand. Wir sind 5, wie Zehen am Fuß. Ich bin die Mitte, die Mitte bin ich. Zwischen Himmel und Erde steh' ich. " Das war mein erstes Lied, welches ich meinen vier Geschwistern gewidmet habe. Durch die Kreativität verarbeite ich meine Geschichte. Heute fühle ich mich verbunden und in Sicherheit. Ich kann Karina und andere Menschen begleiten. Gefühle wollen gefühlt werden. Ich bin dankbar für Konflikte, an denen ich lerne und wachse. Ich habe gelernt NEIN zu sagen und meine Körpergefährtin und ich sind ein Team. Meine Nächte sind kurz, zwei meiner Freunde, die mit mir durch gute und schlechte Zeiten gehen sind genug. Ich schaue nach den Stärken der Menschen von Herz zu Herz. 2020 kam ich zum ersten Mal mit der Gewaltfreien Kommunikation in Kontakt. Mit ihr und durch die Arbeit als Mediatorin darf ich Kinder begleiten und lerne immer weiter dazu. Das Leben ist Motivation und Leidenschaft. Kunst und Kultur sind für mich lebenswichtig. Kannst du heute sagen, dass die Depression im Rückblick ein Wendepunkt in deinem Leben war? Auf jeden Fall. Ohne die Depression wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin. Was empfiehlst du Menschen, die an einer Depression oder bipolaren Störung erkranken? Betroffene und Angehörige können sich über Erkrankungen informieren. In Leipzig gibt es ein starkes Netzwerk, das Bündnis gegen Depression e.V. Hier beraten Betroffene, Betroffene. Ich empfehle ihnen, dass sie mit den Händen etwas tun. Das Projekt "Kulturbummler" bietet zum Beispiel in Leipzig Angebote für Betroffene. Dazu gehören zwei Theatergruppen, eine Zeichengruppe, eine Musikgruppe (in der sie Instrumente spielen oder singen können), eine Gruppe, in der Fahrradtouren unternommen werden, eine Lauf- und eine Tanzgruppe. Das alles sind Selbsthilfegruppen, bei denen sich Gleich-Betroffene untereinander austauschen und unterstützen können. Manchmal etwas aktiver, manchmal etwas kreativer. In kleinen Schritten, geht jeder seinen eigenen Weg. Wenn wir verbunden sind, wird er leichter. Und was können aus deiner Sicht Angehörige tun, um zu helfen? Dasein. Aktives Zuhören. Gibt es noch etwas, was du gerne hinzufügen möchtest? Danke für die Fragen und Schubladen sind zum Öffnen da. Anmerkung Depression kann jeden treffen! Im Laufe des Lebens kommt fast jede (r) als nahestehende Person oder sogar als Betroffene(r) mit dem Thema in Berührung. Die Depression ist eine schwere psychische Erkrankung und ist gekennzeichnet durch Antriebslosigkeit, Interessenverlust, Hoffnungslosigkeit, Verlust der Freude und einer gedrückten Stimmung. Sie wird in leicht, mittel und schwer eingeteilt. Betroffenen fühlen sich teilweise wie gelähmt, haben oft keinen Appetit, Schlafstörungen und Libidoverlust. Im Interview wurde auch die bipolare affektive Störung erwähnt. Das bedeutet, das ein Mensch einerseits depressive Phasen durchlebt und plötzlich kommt es zum Kippen der niedergeschlagenen Stimmung und es geht in die entgegengesetzte Richtung. Diese „Hochphase“, die Manie ist voller Tatendrang und Power. Für Betroffene und Angehörige werden diese extremen Stimmungsschwankungen als besonders belastend empfunden. Es kommt nicht selten vor, dass während der Manie große Geldsummen ausgegeben werden. Größenwahn und eine gesteigerte Libido sind weitere Merkmale einer Manie. Oft wird der Schaden, der in der mansichen Phase entstanden ist, den Betroffenen erst im Nachinein schmerzhaft bewusst. Wie du im Interview mit meiner Mutter erfährst, ist das schlimmste Symptom der Depression, der Verlust der Lebensfreude. Todesgedanken, Suizidimpulse und Suizidversuche machen die Erkrankung lebensbedrohlich. Wenn du selbst merkst, es geht dir über längere Zeit nicht gut, wenn du leidest, bitte lass es einmal mehr abklären und geh zu deinem Hausarzt oder zu einem Psychologen. Falls du jemanden kennst, der Hilfe benötigt, findest du viele Informationen bei der Deutschen Depressionshilfe. Und ganz wichtig: Bitte nimm Suizid-Androhungen ernst! Du möchtest mehr über die Erkrankung Depression wissen? In diesen Blogartikeln findest du weitere Informationen. Was ist eine Depression? Was denken depressive Menschen? Was sind psychische Erkrankungen? Wichtige Aufklärung über die bipolare Störung findest du auf der Seite der deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. . Pass auf dich auf! – deine Karina *Das provozierende Zitat: "Depression ist die Belohnung fürs Bravsein." stammt von Marshall B. Rosenberg, einem US-amerikanischen Psychologen und dem Begründer der Gewaltfeien Kommunikation (GKF).

  • Wie ich mich als Mental-Coachin beim Schreiben über Burnout selbst darin wiedergefunden habe

    Nicht selten erzählte ich meinen Klientinnen und Klienten, sie dürfen auf sich acht geben, Pausen sind das A & O und Schlaf ist unheimlich wichtig, damit das Erlebte vom Tag verarbeitet werden kann. Ich predigte: Der Körper benötigt wichtige Nährstoffe, Bewegung an der frischen Luft und ausreichend Zeit zum Regenerieren. Sehr einleuchtend, bis ich mich eines Tages beim Schreiben meiner Abschlussarbeit über Burnout dabei ertappte, dass ich all diese wertvollen Tipps und Empfehlungen bei mir selbst nicht anwendete und mich mitten auf der Zielgeraden zu eben diesem befand. Hier kommt mein kleines Geständnis, dass auch ich nicht immer rücksichtsvoll mit mir umgehe. Folgende Themen findest du in diesem Blogartikel: Die Abschlussarbeit über Burnout und das 7 Stufenmodell Wie es so weit kam - Ursachenfindung Was bedeutet das für meine Zukunft? Buchtipp Die Abschlussarbeit über Burnout und das 7 Stufenmodell Mentale Gesundheit, das Thema Burnout sollte es werden. Die einjährige Ayurveda-Fortbildung geleitet von Dr. Alina Hübecker war beendet und für die Spezialisierung zum Thema "Mentale Gesundheit" fehlte nur noch die dazugehörige Abschlussarbeit. Depression oder Burnout waren meine Wahlthemen und ich entschied mich für letzteres. Genaue Vorgaben wie Seitenanzahl, Schriftgröße, als PowerPoint-Präsentation oder in Form eines Webinars ... es war mir freigestellt zu wählen. Burnout im Ayurveda, die Entstehung und Behandlung nach der traditionell indischen Heilkunst, darüber wusste ich Bescheid, schließlich war es ein Teil meiner Fortbildung. Doch ich wollte es mit der westlichen Medizin vergleichen und sie gegenüberstellen. Also begann ich zu recherchieren. In meiner Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie waren Erschöpfungssyndrome nur kurz ein Thema, da Burnout hier nicht als dieses diagnostiziert wird. So saß ich also täglich stundenlang am PC, vergaß meine Pausen, verpasste die Zeit zum Essen und lass Bücher über das Burnout-Syndrom. Ich fand wertvolle Informationen über Symptome, Ursachen, Differenzialdiagnosen, Therapiemöglichkeiten. Erfuhr etwas über besonders gefährdete Berufsgruppen, über Mikronährstoffangel und Definitionsversuche der psychischen und körperlichen Erschöpfung. Beim Niederschreiben des Verlaufs entschied ich mich für das 7 Stufenmodell des Psychologen Matthias Burish. Es gibt auch Phasenmodelle mit nur 3, 9 oder 12 Phasen, je nach Autor, ich wählte die 7: Stufe 1 - Warnsymptome der Anfangsphase (überhöhter Energieeinsatz, nach der Arbeit nicht mehr abschalten können, ...) ... OK, kannte ich Stufe 2 - Reduziertes Engagement (im Job z.B. mit Kunden; die Familie leidet) ... Kannte ich auch - nicht die Klienten litten, aber für die Familie war ich schwer erreichbar Stufe 3 - Emotionale Reaktion (Stimmungsschwankungen, Aggressionen, Zynismus, Streit mit Kollegen oder dem Vorgesetzten) ... Hmmm ... ich war sehr schnell gereizt in dieser Zeit. Keine Wunder ... wenig Schlaf, kaum Regeneration, es gab Tage, da war ich nicht einmal an der frischen Luft ... Zynismus kannte ich sehr gut aus meiner Zeit als Angestellte Stufe 4 - Motivations- und Leistungsabbau ... keine Zeit für die Morgenroutine, für den Sport, der sonst meinem Rücken so guttat, ... Stufe 5 - Verflachung des emotionalen, sozialen und geistigen Lebens (Freunde ziehen sich zurück) ... in der Tat, traf ich mich nur noch sehr selten mit Freunden. Selbständig hieß ja auch "selbst und ständig (ein furchtbarer Glaubenssatz zu dieser Zeit) Stufe 6 - Psychosomatische Reaktionen (Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden, …) ... ja, hatte ich ... und das als Gesundheits-Coachin! ... Und hier machte es Klick. Autsch, das saß! Da war sie, die Erkenntnis, wie tief ich selber schon im Prozess war. Zur Vollständigkeit hier noch Stufe 7: Stufe 7 -Verzweiflung (aus der Hilflosigkeit wird eine chronische Hoffnungslosigkeit bis hin zu Selbstmordgedanken) Wie es so weit kam - Ursachenfindung "Nur wer brennt, kann Ausbrennen." Seit 2019 hatte ich mich durchweg beruflich fortgebildet. Erst die Ayurveda-Lifestyle-Coach-Ausbildung, gefolgt von der Ausbildung zur psychologischen Ayurveda-Beraterin, die Fortbildung von Alina Hübecker, für die ich mich zertifizieren wollte und die "Burnout"-Abschlussarbeit schrieb, hinzu kam die Heilpraktiker-Ausbildung (HPPsych) und nebenbei absolvierte ich zahlreiche Businesskurse zum Aufbau meiner Selbständigkeit. Ich habe mich bewusst für all das entschieden. Doch da war und ist auch die Gefahr des Ausbrennens. Gerade bei Tätigkeiten, bei denen viel Leidenschaft "brennt", ist es einfach, die eigenen Bedürfnisse zu vergessen. Freunde wurden vertröstet ... ich müsse ja lernen. Ups, es ist schon 23 Uhr und ich saß immer noch am PC und tippte. "Kommst du mit einkaufen?", fragte mein Partner ... "nein, keine Zeit, ich muss schreiben, coachen, ... dies und das" lautete oft meine Antwort. Neben all dem Lernen, der Arbeit mit meinen Klienten, denen ich ans Herz legte auf sich zu achten, vergaß ich selber auf meinen Körper zu hören. Resultat: Stress, und zwar über Jahre! Verlust der Kreativität, wenig Schlaf, Rückenschmerzen, schlechte Haut, viel zu viel Kaffee, ... Für mich war diese Erkenntnis, dass ich bereits an Stufe 6 angekommen war, so wertvoll. Denn solche Phasen waren mir nicht unbekannt. Ein Jahr zuvor schrieb ich die Abschlussarbeit für meine Coaching-Ausbildung. Mindestens 12 Seiten waren gewünscht, fast 70 hatte ich geschrieben. In meiner Festanstellung machte ich viele Überstunden, da die Arbeit ja fertig werden musste. Auf Dienstreisen kamen teilweise 14-16 Stunden pro Tag aufs Arbeitszeitkonto. Es gibt viele Beispiele, die ich noch aufführen könnte. Aber woher kommt es? Schon als Kind war ich sehr ehrgeizig. Irgendwann hörte ich zum ersten Mal den Begriff "Innere Antreiber" und natürlich habe ich über die Jahre auch erkannt, welche meine sind und wo sie ihren Ursprung haben. Doch ich hatte sie vergessen. Und da war sie, die Erinnerung: auch ich als Coachin für mentale Gesundheit, mit all meiner Expertise über Stressmanagement, gesunder Lebensführung, Ernährung, Schlafhygiene und das Wissen um die Wichtigkeit von Pausen und Achtsamkeit, bin nicht davor sicher, ebenfalls an einer körperlichen und seelischen Erschöpfung zu erkranken. Was bedeutet das für meine Zukunft? Als Unternehmerin, Coachin und zukünftige Heilpraktikerin für Psychotherapie darf ich mich jeden Tag daran erinnern, wie wichtig Selbstfürsorge ist. Auch wenn es eine Tätigkeit ist, die mir Freude bereitet und bei der ich die Zeit vergesse, MUSS ich auf meine Bedürfnisse achten. Mittlerweile stelle ich mir einen Wecker zum Schreiben von Texten. Denn auch hier beim Bloggen könnte ich stundenlang weiter tippen. Aber wann hätte ich dann Zeit für meine Klienten? Meine Morgenroutine ist unverhandelbar und mindestens an einem Tag in der Woche lasse ich meinen PC geschlossen. Ich bin meine stärkste Kritikerin und darf mich jeden Tag daran erinnern, dass mein langjähriger Bekannter, der Perfektionismus unerreichbar ist. In diesem Sinn pass auf dich auf und bleib schön gesund - deine Karina Buchtipp: Burisch, M. (2014). Das Burnout-Syndrom. Theorie der inneren Erschöpfung – Zahlreiche Fallbeispiele – Hilfen zur Selbsthilfe (5. Aufl.). Springer-Verlag

  • 6 Gründe, warum ich als Mental-Coachin Achtsamkeitsübungen empfehle

    Stressreduktion, Verbesserung der mentalen Gesundheit und Konzentrationssteigerung sind nur einige Aspekte, die durch das Praktizieren von Achtsamkeit möglich sind. Durch einfache Übungen bist du in der Lage, die "Äffchen im Kopf" zu besänftigen und somit in die Entspannung zu kommen. Aber wie funktionieren sie? Darauf einlassen, die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment lenken und wertungsfrei wahrnehmen. Kurz: du trainierst mit all deinen Sinnen das im "Hier und Jetzt-Sein" und profitierst von den positiven Auswirkungen. In einem meiner letzten Blogartikel habe ich dir bereits einige Übungen vorgestellt, die du in deinen Alltag integrieren kannst. Heute erfährst du 6 Gründe, warum ich dir als Coachin für mentale Gesundheit Achtsamkeitsübungen besonders ans Herz lege. Die Inhalte dieses Blogartikels: 1. Stressreduktion und Entspannung durch Achtsamkeit 2. Verbesserung der mentalen Gesundheit 3. Achtsamkeit kann immer und überall praktiziert werden 4. Steigerung des Selbstbewusstseins durch Achtsamkeit 5. Zwischenmenschliche Beziehungen verbessern 6. Konzentration verbessern und Produktivität erhöhen Kurzanleitung: wahrnehmen - beschreiben - ganz bewusst erleben 1. Stressreduktion und Entspannung durch Achtsamkeit In der Forschung sind viele Studien zu finden, die belegen, dass Achtsamkeitsübungen körperlichen und seelischen Stress vermindern. Zum Beispiel kannst du durch das Erkennen und Wahrnehmen von Spannungen im Körper, versuchen, sie durch bewusste Entspannung zu verringern. Möchtest du wissen, ob Achtsamkeit funktioniert? Probier es aus! Wenn du dir vornimmst, das Wörtchen "muss" zu streichen, wirst du in bestimmten Situationen dich selbst daran erinnern, dass du dieses Wort nicht mehr sagen wolltest. 2. Verbesserung der mentalen Gesundheit Achtsamkeit ist die Basis aller Skills. Nur wer wahrnimmt, ist in der Lage, sich zu verändern. Bist du überfordert, gestresst, ausgebrannt, ist der erste Schritt sich dessen auch bewusst zu werden. Ohne das Erkennen bringt dir das beste Anti-Stress-Tool nichts. In der DBT (Dialektisch-Behaviorale Therapie, oder auch dialektische Verhaltenstherapie), eine von der amerikanischen Psychologin Marsha Linehan entwickelte Therapieform, spielt die Achtsamkeit besonders in der Behandlung von Borderline-Persönlichkeitsstörungen eine zentrale Rolle. Die Betroffenen lernen durch Achtsamkeitsübungen sich zu spüren und sich wahrzunehmen. Sie bekommen Selbstvertrauen und sind somit in der Lage, die eigenen Emotionen anzunehmen, anstatt sie zu unterdrücken oder sich von ihnen überwältigen zu lassen. Die eigenen Emotionen werden reguliert und impulsives Verhalten reduziert. Auch bei Ängsten kannst du durch Achtsamkeit negative Gedankenspiralen durchbrechen, indem du dich ganz bewusst auf den gegenwärtigen Moment konzentrierst. Dadurch lässt du die Gedanken an die Vergangenheit los und schenkst Zukunftssorgen in diesem Moment keine Bedeutung. 3. Achtsamkeit kann immer und überall praktiziert werden Egal ob als Bodyscan direkt nach dem Aufstehen, unterwegs beim Einkaufen oder im Bett kurz vor dem Einschlafen, Achtsamkeit kannst du überall üben. Und das schöne, es kostet dich nichts, außer etwas Zeit, die aber sehr gut in dich investiert ist. 4. Steigerung des Selbstbewusstseins durch Achtsamkeit Wie wäre es, wenn du dich selbst so annimmst, wie du bist? Indem du regelmäßig Achtsamkeit praktizierst, lernst du dich zu reflektieren. Du beobachtest urteilsfrei deine Gedanken, Gefühle und Emotionen und fängst dadurch an, dich auch selber zu akzeptieren. Durch Selbstvertrauen und Selbstmitgefühl (nicht zu verwechseln mit Selbstmitleid) wirst du mit Zufriedenheit und Lebensfreude belohnt. 5. Zwischenmenschliche Beziehungen verbessern Ich empfehle meinen Klientinnen und Klienten sehr gerne das Buch "Die 5 Sprachen der Liebe" von Gary Chapman. Darin beschreibt der Autor, wie Menschen Liebe unterschiedlich ausdrücken und empfangen können – durch Worte der Bestätigung, gemeinsame Zeit, Geschenke, Taten und physische Berührungen. Die Grundvoraussetzung für das Erkennen der fünf Sprachen ist achtsames Beobachten und Zuhören. Beides spielt nicht nur in Paarbeziehungen eine Rolle. Auch die Beziehungen zu Geschäftspartnern, Kollegen, zu den eigenen Kindern wird durch Achtsamkeit gestärkt. Indem du lernst, zuzuhören und einfühlsamer zu sein, bist du in der Lage besser zu kommunizieren und kannst somit auch tiefere Verbindungen zu anderen aufbauen. 6. Konzentration verbessern und Produktivität erhöhen Eine Frage, die ich regelmäßig in meiner Arbeit als Coachin von meinen Klienten höre, ist: Wie schaffe ich es, ohne Ablenkung zu arbeiten? Auch hier helfen Achtsamkeitsübungen und im Moment präsent zu sein. Ein Schritt nach dem anderen, kein Multitasking, eine ruhige Umgebung und sich bewusst auf die aktuelle Aufgabe konzentrieren, bringt den gewünschten Erfolg. Fragen, die du dir zum Beispiel stellen kannst: Mache ich genug Pausen? Hilft mir eventuell die Pomodoro-Methode, in der ich mich für eine festgelegte Zeit voll konzentriert auf meine Arbeit fokussiere? Brauche ich Bewegung, eine kurze Atempause oder einen Bodyscan, um wieder leistungsfähig zu sein? Es gibt noch viele weitere Gründe, die ich benennen könnte. Bist du überzeugt und möchtest es direkt ausprobieren? Dann hab ich eine Mini-Anleitung für dich: Kurzanleitung: wahrnehmen - beschreiben - ganz bewusst erleben Wahrnehmen: Wenn du wahrnimmst, lass dich auf etwas ein, was gerade da ist. Das können Geräusche oder Situationen im Außen sein oder Gefühle und Gedanken in deinem Inneren. Nimm sie wahr, schau sie dir an und lass sie ganz ohne Bewertungen wieder gehen. Beginne mit deinen 5 Sinnen (Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen): Sehen: Was siehst du? Schließ deine Augen und richte deine Aufmerksamkeit aufs Hören (Was hörst du? Wo hörst du es? Direkt hinter dir? Weit weg?), Schmecken (Welchen Geschmack hast du auf der Zunge? Süß, sauer, salzig oder bitter? Sind es Zitrusfrüchte oder schmeckt es nach Schokolade? Wie ist die Konsistenz im Mund?), Riechen (Ist es dein eigener Geruch? Kommt der Duft vom Kochen?) und Fühlen/Tasten (Ist das Material weich oder hart? Spürst du die Füße auf dem Boden und wenn ja, wie fühlt es sich an?). Klappt das gut? Kannst du beobachten, ohne zu bewerten? Der nächste Schritt ist Beschreiben: Beschreibe, was du siehst, fühlst, riechst, wahrnimmst, denkst, ... Finde genaue Worte dafür. Zum Beispiel ein Baum: Schau ihn dir genau an. Steht er weit von dir weg oder ist er ganz nah? Welche Farben haben die Blätter? Rascheln die Äste? Beschreibe ihn so, als würdest du es einem Freund am Telefon erklären. Welche Gedanken kommen dir in den Sinn? Ist es eine blöde Übung? Warum sollst du einen Baum beobachten? Bleib beim Beschreiben und lass die Gedanken ziehen. Klappt das Wahrnehmen und Beschreiben schon ganz gut? Dann geht es weiter mit dem Erleben im Hier und Jetzt: Was machst du gerade jetzt in diesem Moment? Du liest diesen Artikel oder trinkst einen Kaffee? Mach eine Sache ganz bewusst und bleib in Gedanken nur bei dieser einen Sache. Falls du es ausprobiert hast, freut mich! Falls nicht, ist auch OK. Es ist lediglich eine Einladung, die Achtsamkeit als eine weitere wertvolle Ressource für dein Leben zu erfahren. Bleib schön gesund - deine Karina

  • Was ist eine Depression?

    Depression (das Wort kommt aus dem lateinischen von deprimere und bedeutet "herunter-, niederdrücken") ist eine psychische Erkrankung, welche sich durch anhaltende Gefühle wie Freudverlust, Interessenlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Antriebslosigkeit zeigt. Sie gehört als affektive Störung zu den häufigsten Störungen weltweit. Im Gegensatz zu normalen Stimmungsschwankungen oder vorübergehender Traurigkeit ist die Depression eine ernste Erkrankung, die länger anhält und das alltägliche Leben stark belastet. In seinem Buch "Du darfst nicht alles glauben, was du denkst. Meine Depression" beschreibt Kurt Krömer die Depression als: schwarze Hexe. Meine Mutter nennt sie "mein großes schwarzes Loch" und in dem sehr bewegenden Theaterstück Der schwarze Hund wird sie als "zähe schwarze Masse, als Öl-Teer-Gemisch" beschrieben. In diesem Blogartikel möchte ich dir zeigen, wie du Frühwarnzeichen einer Depression erkennst, welche Ursachen sie hat und wo du Hilfe bekommst. Bleib gesund - deine Karina Die Inhalte dieses Blogartikels: Was denken Menschen mit Depression? Ursachen von Depressionen Symptome der Depression Behandlung einer Depression Wichtig! Was du wissen sollst Hier bekommst du Hilfe Was du selbst tun kannst - meine Empfehlungen Buchempfehlung Was denken Menschen mit Depression? Menschen mit Depressionen werten sich ab. Sie grübeln und kommen kaum zur Ruhe. Oft sind es Gedanken wie: "Ich kann nichts." "Mir macht nichts Spaß." "Ich habe keinen Hunger." Nichts fühlt sich gut an." "Ich bin furchtbar." "Das ständige Grübeln macht mich fertig." "Ich will doch nur meine Ruhe." Oft werden die Frühwarnsymptome einer Depression erst hinterher erkannt. Das kann so etwas sein wie: Ich wollte niemanden mehr sehen. Ich sagte viele Verabredungen ab. Ich wollte nur meine Ruhe haben. Ich fragte mich bei vielen Dingen, die ich tat, macht das überhaupt einen Sinn? Ich schlief viel mehr als früher. Ich hatte viel weniger Hunger. Alkohol oder Tabletten halfen mir, wenn's gar nicht mehr ging. Ich hatte keine Lust mehr auf meinen Job. Viele Dinge wurden mir einfach egal. Einfach nur den ganzen Tag im Bett liegen und mich nicht bewegen, das wollte ich. Nachts konnte ich vor lauter Grübeln nicht einschlafen und am Morgen konnte ich nicht aufstehen, trotz dass ich so zeitig munter war. Sexualität war mir egal. Und wie ich aussah, interessierte mich auch nicht. Ursachen von Depressionen Die Ursachen sind multifaktoriell und können sowohl genetisch als auch Umweltfaktoren umfassen. Als eine Ursache wird im Gehirn ein Ungleichgewicht der Neurotransmitter Serotonin (das Glückshormon) und Noradrenalin vermutet. Wenn zusätzlich noch belastende Lebensereignisse hinzukommen, kann dies das Risiko an einer Depression zu erkranken erhöhen. Belastende Lebensereignisse sind nicht nur negativ, wie beim Verlust eines geliebten Menschen, chronischer Stress im Job, Traumata, Mobbing, Krankheit, Probleme in der Partnerschaft oder finanzielle Sorgen. Sie können durchaus auch positiv sein. So können auch eine Hochzeit, die Geburt des eigenen Kindes oder die Partyvorbereitung eines wichtigen Jubiläums großen Stress erzeugen und das Risiko für eine Depression erhöhen. Auch ein überfürsorglicher oder ängstlicher Erziehungsstil kann zu einer erhöhten Depressionsanfälligkeit führen. In der Psychologie findest du dazu das "Modell der erlernten Hilflosigkeit" nach Seligman. Ebenfalls können Medikamente depressive Episoden oder Depressionen auslösen. Darunter zählen Hormonpräparate, Parkinson-Mittel, Schmerzmittel, Betablocker usw. Symptome der Depression Betroffene leiden an einer Vielzahl von emotionalen und körperlichen Symptomen, welche das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Besonders starke Müdigkeit, keine Motivation und Energielosigkeit bereiten ihnen Schwierigkeiten bei der Alltagsbewältigung. Die depressive Verstimmung ist das Hauptmerkmal der Depression. Sie kann ängstlich, traurig, gedrückt, schwermütig oder gleichgültig sein. Oft erleben die Betroffenen ein Gefühl der Gefühlslosigkeit und Leere. Tätigkeiten, die ihnen vorher Freude bereitet haben, sind nicht mehr wichtig. Zu den weiteren Symptomen zählen: Schlafstörungen, Grübeln, Weinerlichkeit, schlechte Konzentration, Reizbarkeit, Appetitmangel, sozialer Rückzug, Katastrophisieren, Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühle und je nach Stärke der Depression (sie wird in leicht, mittel und schwer eingeteilt), können bei einer schweren depressiven Episode Wahnideen (z.B. Schuldwahn, Verarmungswahn, Nihilistischer Wahn) und akustischen Halluzinationen (bei ca. 6 % der Betroffenen) auftreten. Anhand der Symptome wird deutlich, dass die Depression eine ernsthafte Erkrankung ist und nicht einfach durch Willenskraft oder positive Denkweise überwunden werden kann. Gerade Sätze wie: "Mach mal was Schönes.", "Lenk dich mal ab.", "Such dir ein Hobby.", "Mach dir keine Sorgen.", "Sei nicht immer so traurig!" sind unangebracht. Was die Depression besonders "gefährlich" macht, sind Suizidgedanken. Laut Studien haben Menschen mit Depressionen ein 30fach erhöhtes Suizidrisiko. Daher ist es umso wichtiger, dass sie so schnell wie möglich Hilfe bekommen. Behandlung einer Depression Eine schnelle und angemessene Behandlung ist entscheidend, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Dies kann eine Kombination aus Medikamenten (vorrangig Antidepressiva), Psychotherapie und unterstützenden Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung umfassen. Als weitere Therapieverfahren können Lichttherapie (besonders bei saisonaler Depression), Ergo-, Kunst-, Musik-, Hypno- und Wachtherapie genannt werden. Besonders das Erlernen von Entspannungsverfahren ist förderlich, um Ängste zu minimieren. Wichtig! Wenn du merkst, dass Angehörige, Freunde oder Kollegen Anzeichen einer Depression zeigen, sprich sie an. Depressive Menschen wissen häufig nicht, dass sie an einer Krankheit leiden. Für die Betroffenen ist es jedoch von großer Bedeutung, dass sie schnell professionelle Unterstützung und somit eine rechtzeitige Therapie bekommen. Psychologen oder Psychiater können genaue Diagnosen stellen und einen individuellen Behandlungsplan erstellen. Besonders wichtig ist ein soziales Netzwerk, zum Austausch, zum Anvertrauen. Es muss ein Raum geschaffen werden, damit sich der/die Betroffene öffnen und über die eigenen Gefühle sprechen kann. Ein entscheidender Punkt: Depressionen sind behandelbar und können vollständig remittieren. Je zeitiger sie erkannt werden, desto größer ist die Chance, eine Chronifizierung zu vermeiden. Falls du selber betroffen bist, möchte ich dir sagen, es ist keine Schande sich Hilfe zu suchen und es gibt dadurch Hoffnung auf Besserung. Hier bekommst du Hilfe Bei der Deutschen Depressionshilfe können sich Betroffene und Angehörige melden und bekommen Hilfe und Beratung: Infotelefon: 0800/ 33 44 533 www.deutsche-depressionshilfe.de Ebenso findest du auf ihrer Seite auch einen kostenlosen und anonymen Selbsttest: Bin ich depressiv? Was du selbst tun kannst - meine Empfehlungen: Such dir professionelle Hilfe (Psychiater, Psychologen, Therapeuten, Selbsthilfegruppen) Lass deine Mikronährstoffe von deinem Hausarzt überprüfen Achte auf gesunde Ernährung → lass die Fertigprodukte, Weißmehl, Alkohol, Zucker usw. weg und trink ordentlich Wasser Wähle Tryptophan-reiche Nahrungsmittel, sie sind gut für dein Gehirn: Bananen, Datteln, Walnüsse, Kakao Bewege dich in der Natur Lass abends das Handy nicht im Schlafzimmer und nutzte einen Blaulichtfilter für deinen PC oder Telefon Etabliere Routinen (regelmäßig essen, schlafen, bewegen) Lass eine Darmsanierung durchführen (es ist erwiesen, dass ein Ungleichgewicht im Darm zu Ängsten führen kann) Buchempfehlung: Kurt Krömer: Du darfst nicht alles glauben, was du denkst: Meine Depression.

  • 24 Achtsamkeitsübungen für deinen Alltag

    Achtsamkeit ist ein großes Wort und vielleicht geht es dir wie vielen Menschen, dass sie es eigentlich nicht mehr hören können. Das ist schade, denn Achtsamkeit bedeutet nicht, dass du ein Yogakissen, Räucherstäbchen oder eine Meditationspraxis benötigst. Im Gegenteil, Achtsamkeitsübungen sind einfache Techniken, mit denen du deine Aufmerksamkeit, das im "Hier und Jetzt-sein" schulst. In denen du nicht urteilst oder bewertest, sondern beobachtest. Da ich ein großer Fan von Achtsamkeitsübungen bin und ihre Wirksamkeit wissenschaftlich erwiesen ist, möchte ich sie dir wirklich ans Herz legen. In diesem Artikel bekommst du von mir 25 Übungen, um Achtsamkeit zu praktizieren, ganz ohne großes Tschi-Tschi. Also los geht's! Ich beginne mit deinen 5 Sinnen: Um vier davon wahrzunehmen, und zwar das Hören, Fühlen, Schmecken und Tasten, empfehle ich dir deine Augen zu schließen. Dies hat den Vorteil, dass du keine optischen Infos zusätzlich verarbeiten musst und dich ganz auf den jeweiligen Sinn konzentrieren kannst. Hören: Schließ deine Augen und nimm die Geräusche um dich herum wahr. Was hörst du? Stimmen, Laute, Windgeräusche, Musik, die Bahn, Autohupen? Sehen: Nimm einen tiefen Atemzug, setz dich aufrecht hin und schau dich in Ruhe um. Was kannst du sehen? Welche Farben, welche Materialien (Holz, Metall, Beton)? Wie ist die Oberflächenstruktur (glatt, matt, glänzend, uneben, ...), die Form (rund, geschwungen, eine Linie, ...)? Riechen: Schließ deine Augen, atme tief ein und aus und versuch, mit dem nächsten Atemzug Gerüche wahrzunehmen. Riecht es nach Kaffee, nach Regen, nach bestimmten Lebensmitteln? Wie riecht Holz oder Erde? Du kannst dir dafür auch einen Apfel oder eine Blüte in die Hand nehmen und daran riechen. Ist der Duft, süßlich, sauer, frisch, ...? Schmecken: Schließ deine Augen, trink einen kleinen Schluck Tee, Kaffee, worauf auch immer du gerade Lust hast. Nippe einen kleinen Schluck. Was spürst du auf deiner Zunge? Nimm noch einen Schluck und behalte ihn für kurze Zeit im Mund. Was schmeckst du? Fühlen: Auch hier, schließ deine Augen und fahre mit den Fingerspitzen langsam über einen Gegenstand, über das Fell deines Haustieres, über ein Pflanzenblatt usw. Erst mit den Fingerspitzen, dann mit der ganzen Hand. Du kannst auch deinen Handrücken verwenden. Was fühlst du? Ist es warm, kalt, kratzig, glatt, stachelig, ...? Wäsche zusammenlegen: Leg das Kleidungsstück auf eine gerade Fläche, streiche mit der Hand darüber. Wie fühlt sich das Material an? Leg das Kleidungsstück langsam und bewusst zusammen. Erst die eine Seite falten, dann die zweite. Wie oft entstehen Knickkanten? Obst oder Gemüse schneiden: Beim Kochen kannst du wunderbar deine Achtsamkeit trainieren. Beobachte, wie fasst du das Messer an, wo setzt du an, gibt es ein Schneidgeräusch? Wasser beim Kochen beobachten: Hörst du die Geräusche? Wie sieht das Wasser aus? Kannst du die Wärme und den Wasserdampf sehen und spüren? Laufen: Wie gehst du? Wie setzt du deinen Fuß auf, wie rollst du ihn ab? Auf was für einem Untergrund bewegst du dich? Fühlst du die Steine durch deine Schuhsohlen oder läufst du barfuß? Bewertest du Menschen? In welchen Situationen bewertest du sie? Packst du sie in "Schubladen"? Wenn ja, woran machst du es fest? Am Dialekt, an der Kleidung, an der Art wie sie sprechen oder sich verhalten? Sind dir fremde Personen schnell sympathisch oder bist du eher skeptisch? Teezubereitung: Wie sieht der noch trockene Teebeutel aus? Wenn du am Teebeutel riechst, kannst du die Kräuter oder Früchte identifizieren? Wie verfärbt sich das Wasser, wenn du den Teebeutel ins Wasser bringst, kannst du vielleicht etwas hören, wenn du deine Tasse oder den Becher an dein Ohr hältst? Wie riecht der Tee, wie schmeckt er? Gerade bei der Teezubereitung kannst du deine Achtsamkeit mit all deinen Sinnen wahrnehmen. Aktives Zuhören: Fällt es dir schwer, zuzuhören? Sind deine Gedanken eventuell schon bei deiner Antwort? Kausalitätsprinzip: Nichts passiert ohne Grund und für jede Wirkung, gibt es auch eine Ursache. Beobachte, wie du auf Menschen, Situationen oder in Gesprächen reagierst. Kannst du einen Zusammenhang feststellen? Oder bemerkst du, dass dir Dinge ständig herunterfallen, weil du übermüdet oder gestresst bist? Autofahren: Wenn du Auto fährst, läuft das Radio? Telefonierst du nebenbei? Bekommst du die Strecke bewusst mit (zum Beispiel auf der Autobahn)? Woran denkst du? Regen dich andere Straßenteilnehmer auf? Musik hören: Was ist es für eine Melodie? Ist sie fröhlich? Weckt der Song Erinnerungen in dir? Wie ist deine Emotion? Macht dich die Musik traurig oder hebt sie deine Stimmung? Verstehst du den Text oder hörst du eventuell das erste Mal bewusst hin? Hörst du Instrumente und wenn ja, welche sind es? Regen beobachten: Wie groß sind die Tropfen? Gibt es Pfützen und wenn ja, welche Form haben sie? Bilden sich Ringe in den Pfützen? Befinden sich Regentropfen auf deiner Haut, Kleidung, auf Blättern oder Blüten? Wie sehen sie aus? Flammenbeobachtung: Wenn du dir eine brennende Kerze ansiehst oder in ein Lagerfeuer schaust, was kannst du beobachten? Gibt es Funken? Knistert die Flamme? Welche Geräusche kannst du wahrnehmen, welche Farben, welchen Geruch? Spürst du die Wärme? Meereswellen und -rauschen: Wie sieht das Meer aus? Spürst du Salzwasser auf deiner Haut? Ist das Meer ruhig oder wild? Wie sieht die Farbe aus? Schwarz? Klar? Türkis? Ist der Schaum der Wellen weiß? Wie hoch sind die Wellen oder erinnert es dich eher an einen See? Social Media: Wie oft nimmst du dein Telefon am Tag in die Hand, um deine Nachrichten, Facebook, Instagram etc. zu checken? Wie viel Zeit nutzt du dafür? Welche Emotionen werden geweckt? Vergleichst du dich, bist du genervt oder inspiriert? Trainieren: Wenn du Übungen praktizierst, achtest du auf die genaue Ausführung? Welche Muskeln werden beansprucht? Trinken: Wie viel trinkst du am Tag und was? Wie ist der Geschmack, die Farbe, die Temperatur? Wie atmest du? Schließ hierfür gerne deine Augen und konzentriere dich auf deinen Atem. Kannst du ihn hören? Ist er tief oder flach? Atmest du in den Brustraum oder tief in den Bauch? Hebt sich deine Bauchdecke? Atmest du über die Nase ein und über den Mund aus? Versuche einige Minuten bei deinem Atem zu bleiben. Du musst ihn nicht verändern, einfach nur wahrnehmen. "Ich muss": Wie oft am Tag verwendest du das Wörtchen MUSS? "Ich muss noch schnell ...". Kannst du es wahrnehmen? Und wenn ja, was macht es mit dir? Stresst es dich? Die inneren Kritiker: Kannst du wahrnehmen, wie oft dein innerer Kritiker (Zum Beispiel: Ich muss perfekt sein.) zu dir spricht? Oder bemerkst du Glaubenssätze, die sich immer wieder einschleichen? Während du deine Achtsamkeitsübung praktizierst, musst du nichts weiter tun oder verändern. Nimm einfach nur wahr, was gerade da ist. Wenn du bewertende Gedanken bemerkst, macht nichts. Lass sie wieder gehen. Und vielleicht hast du jetzt Lust, die ein oder andere Übung auszuprobieren. Bleib schön gesund - deine Karina Illustration: Karina Röpcke

  • Wie finde ich meine Werte?

    Alles ist im Wandel und die Schnelllebigkeit der Welt fordert jeden Tag eine Fülle an Entscheidungen. Das Wissen um deine Werte ist eine Orientierungshilfe, ein Routenplaner für dein Leben. Indem du Entscheidungen triffst, gibst du die Richtung vor. Neben deiner Persönlichkeit sind deine Werte die moralischen Prinzipien, welche bestimmen, wer du bist und was dir wichtig ist. Sie sind der innere Kompass, der dir dabei hilft, bewusste Entscheidungen zu treffen und ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu führen. Doch wie genau kannst du deine eigenen Werte identifizieren? In diesem Blogartikel findest du eine Anleitung mit einigen bewährten Methoden, die dir helfen, deine Werte zu entdecken. Schritt 1: Selbstreflexion Der erste Schritt, um deine eigenen Werte zu finden, ist die Selbstreflexion. Nimm dir bewusst Zeit, um über dein Leben nachzudenken und deine Erfahrungen zu analysieren. Setze dich in eine ruhige Umgebung, in der du dich wohlfühlst, und reflektiere über folgende Fragen: Was macht mich besonders glücklich? Gab es Momente in meinem Leben, die mich besonders erfüllt haben? Was gefällt mir nicht und macht mich wütend oder aggressiv? Warum reagiere ich in bestimmten Situationen besonders emotional? Welche Aktivitäten oder Begegnungen haben mir ein Gefühl von Sinnhaftigkeit vermittelt? Worüber kann ich stundenlang erzählen? Welche Eigenschaften schätze ich an mir selbst und anderen Menschen? Welche Prinzipien oder Werte sind mir wichtig, wenn ich Entscheidungen treffe? Schreib alles auf, was kommt. Erkennst du bestimmte Muster? Deine Gedanken und die Sammlung deiner Informationen sind der erste Schritt, um dir über deine eigenen Werte bewusst zu werden. Schritt 2: Werte-Liste erstellen Eine weitere Methode, um deine Werte zu finden, besteht darin, eine Liste von verschiedenen Werten zu erstellen und sie gegeneinander abzugleichen. Du kannst eine Vielzahl an vorgefertigte Werte-Listen im Internet finden, die von mir nehmen oder deine eigene erstellen. Schreib dafür alle Werte auf, die dir in den Sinn kommen. Gehe anschließend die Liste durch und markiere intuitiv die Werte, die mit dir räsonieren. Welche erscheinen dir am wichtigsten? Diese Werte könnten beispielsweise Liebe, Dankbarkeit, Freiheit, Sicherheit, Kreativität, Weiterentwicklung, Erfolg, Ehrlichkeit, Abenteuer, Unabhängigkeit, Familie, Gerechtigkeit, Klarheit, Ordnung, Pünktlichkeit oder Gesundheit sein. Wähle im nächsten Schritt aus den Werten maximal 5 Werte aus, die dir am meisten bedeuten. Frag dich bei jedem einzelnen, warum sind sie dir wichtig? Wo lebst du sie bereits und wie kannst du die Werte noch mehr leben? Dieser Prozess der Priorisierung hilft dir dabei, dich auf deine Kernwerte zu konzentrieren. Schritt 3: Äußere Einflüsse prüfen Unsere Werte werden nicht nur durch unsere innere Realität geformt, sondern auch durch äußere Einflüsse wie Familie, Kultur und Gemeinschaft. Ich möchte dich dazu einladen, dir die Zeit zu nehmen, um über die Menschen in deinem Leben nachzudenken, die dir wichtig sind. Frage dich, welche Werte verkörpern sie und wie beeinflussen sie dich? Gibt es bestimmte Traditionen oder Überzeugungen? Diese externen Einflüsse können dir weitere Hinweise geben, welche Werte für dich von Bedeutung sind. Beachte jedoch, dass nicht alle Werte, die von anderen Menschen oder deiner Umgebung geprägt werden, automatisch auch deine eigenen Werte sein müssen. Überprüfe kritisch, welche Werte wirklich zu dir passen und mit deinem authentischen Selbst in Einklang stehen. Achte bei der Auswahl der Werte darauf, ob sie sich für DICH richtig anfühlen. Spüre dafür in dich hinein und beantworte die Frage: Sind das wirklich deine Werte oder sind es Werte, von denen du glaubst, dass du sie leben solltest? Schritt 4: Werde aktiv Eine gute Methode, um deine Werte zu entdecken, besteht darin, in Aktion zu treten. Probiere Neues, mach Erfahrungen, engagiere dich ehrenamtlich in Vereinen, beteilige dich an sozialen Projekten oder nimm an Veranstaltungen teil, die dich interessieren. Während des Ausprobierens achte auf deine Gefühle und Reaktionen. Erfüllt es dich? Macht es dir Freude? Bedeutet dir die Tätigkeit/Aktivität etwas oder frustriert sie dich? Diese Beobachtungen können dir helfen, deine Werte weiter zu verfeinern und herauszufinden, was dir wirklich wichtig ist. Schritt 5: Kontinuierliche Reflexion und Anpassung Die Suche nach deinen Werten ist ein kontinuierlicher Prozess der Selbstreflexion und Anpassung. Es ist kein einmaliges Festlegen und deine Werte können sich im Laufe der Zeit verändern und weiterentwickeln. Daher ist es wichtig, regelmäßige Reflexion und Selbstbewertung zu praktizieren. Nimm dir regelmäßig Zeit, um zu überprüfen, ob deine aktuellen Handlungen und Entscheidungen im Einklang mit deinen Werten stehen. Frage dich, ob du authentisch lebst und deine Werte in deinem Alltag zum Ausdruck kommen. Wenn du feststellst, dass es Diskrepanzen gibt, nutze diese Erkenntnisse, um Anpassungen vorzunehmen und deinem wahren Selbst näherzukommen. Abschließende Gedanken Notiere deine drei bis fünf wichtigsten Werte und hänge sie gut sichtbar auf. Bist du dir mit bestimmten Entscheidungen unsicher, orientiere dich an ihnen. Umgib dich mit inspirierenden Menschen, die ähnliche Werte teilen und du wirst durch Ehrlichkeit und Authentizität viel Freude erfahren. Die Suche nach den eigenen Werten ist ein persönlicher und individueller Prozess. Es erfordert Zeit, Geduld und Offenheit, um sich selbst besser kennenzulernen und seine Glaubenssätze und tiefsten Überzeugungen zu identifizieren. Indem du deine Werte entdeckst, kannst du bewusstere Entscheidungen treffen und dein Leben nach deinen Wünschen gestalten. Also nimm dir die Zeit, dich selbst zu erforschen und deine Werte zu finden. Du wirst erstaunt sein, wie sehr sie dein Leben bereichern können. Illustrationen: Karina Röpcke

  • Was ist Sattvavajaya?

    "Sattvavajaya ist das Zurückziehen des Geistes von den ihm schädlichen Objekten." - Charaka Samhita sattvavajaya = "Eroberung des Geistes" chikitsa = ärztliche Behandlung, Therapie, Heilkunde Der Begriff Sattvavajaya Chikitsa kommt aus dem Sanskrit und steht für die in der ayurvedischen Behandlung angewandten psychologischen Methoden. Ziel ist es, den Geist durch die Erhöhung von Sattva zu stärken und auf Schädliches zu verzichten. Die ayurvedische Psychologie ist ein Teilgebiet der ayurvedischen Lehre und basiert auf der Yoga-Philosophie. Im Gegensatz zur westlichen Medizin betrachtet sie den Menschen ganzheitlich und bezieht immer Körper, Geist und Seele mit ein. In der ayurvedischen Psychologie wird mit rationalen, psychologischen und spirituellen Methoden gearbeitet. Die Spiritualität spielt eine große Rolle. Sie darf als frei von einem religiösen Glauben verstanden werden und bedeutet mehr der Glaube an etwas Höheres als wir Selbst. Sattvavajaya nutzt die therapeutischen Techniken der Gesprächstherapie, Psycho-Diätetik, frühkindliche Entwicklungspsychologie, Meditationen, Pranayama, Körper- und Energiearbeit. Grundsätzlich hat die ayurvedische Psychologie eine positive Sichtweise. Alle Dinge werden kontinuierlich in Bezug auf „förderlich“ und „schädlich“ geprüft, Schädliches schrittweise aufgeben, sowie durch Förderliches gemäß Dharma (Pflicht/ Sinn des Lebens), Artha (Wohlstand) und Kama (Beziehungen) ersetzt. Therapieelemente von Sattvavajaya Geistige Erkrankungen werden beseitigt durch die Anwendung von jnana (Vermittlung von philosophischen Grundlagen und spirituellem Wissen: Wahrnehmung, sowie subtile Analyse der Problematik), vijnana (weltliches Wissen: praktische Umsetzung der Erkenntnisse), dhairya (Geduld, Standfestigkeit: Steigerung der mentalen Toleranzfähigkeit), smrti (Gedächtniskorrektur) und samadhi (tiefer "in sich ruhender" Zustand, indem sich das Bewusstsein auf nur ein einziges Objekt konzentriert; dieser Zustand wird z.B. erreicht durch Meditationen, Yoga, Atemübungen, autogenes Training ... alles, was auf den Geist positiv wirkt und wo der Mensch vollständig bei sich ist). Es ist zu erwähnen, dass keine konkreten Methoden und Psychotherapieverfahren in den vedischen Texten zu finden sind. Jedoch lassen sich die ayurvedischen psychologischen Ansätze sehr gut mit westlichen ganzheitlichen psychotherapeutischen Verfahren kombinieren, um menschliches Leiden und mentale Erkrankungen zu minimieren.

  • Agni und Ama im Ayurveda

    Agni und Ama sind vereinfachte Erklärungsmodelle im Ayurveda. Es heißt: Alles, was wir nicht verdauen, lagert sich im Körper ab und verstopft unsere Körperkanäle. Dieses „Unverdaute, Giftige und Unreife“ wird Ama („Schlacken“) genannt. Normalerweise, wenn wir uns im Gleichgewicht befinden, ist der Körper imstande, alles aufgenommene von alleine auszuscheiden. Ist es jedoch zu viel, kommt er mit dem Ausscheiden nicht hinterher und Ama, mit seiner klebrigen Konsistenz, kann längerfristig zu Krankheiten wie Krebs oder Autoimmunerkrankungen führen. Agni ist von zentraler Bedeutung für unser Leben. Im Ayurveda gibt es viele verschiedene Subtypen. Das Elementarste ist das Verdauungsfeuer. Ist Agni ausgeglichen, merken wir es an einem guten Stoffwechsel, einer optimalen Verdauung, Lebensfreude, mentaler und körperlicher Gesundheit. Ist es jedoch gestört, führt es zu Ungleichgewichten und Krankheiten. Aber schauen wir uns die beiden genauer an. Ama, das Unverdaute Die Eigenschaften von Ama sind klebrig, trüb, kalt, übelriechend, schwer, dickflüssig, feucht und unrein. Ursachen für Ama können sein: Konsum von Alkohol, Medikamenten, Lebensmittelzusätzen, negativen Nachrichten, Nikotin Überessen ungünstige Lebensmittelkombinationen Essen zur "falschen" Zeit (z.B. am Abend, kurz vor dem Schlafengehen) und im falschen Moment (während eines Streitgespräches oder währenddessen zum nächsten Termin gehetzt wird) unregelmäßige Essenszeiten sehr kalte Nahrung und Getränke Umweltgifte ungesunde Ernährungs- und Lebensgewohnheiten Mangel an Bewegung psychische Störungen intensive Emotionen wie Kummer, Wut, Angst, Scham Stress Unterdrückung natürlicher Bedürfnisse ... Die Entstehung von Ama Alles, was du zu dir nimmst, muss vom Körper verdaut werden. Dies geschieht mithilfe deines Agnis. Agni bedeutet auf Sanskrit so viel wie Feuer und ist für alle Stoffwechselvorgänge und unsere Verdauungskraft zuständig. Wenn dein Verdauungsfeuer gut funktioniert, wird die Nahrung in ihre Bestandteile zerlegt und zum Aufbau deiner Gewebe (Dhatus) genommen. Das wenige Ama, das anfällt, wird meistens nachts in den Verdauungstrakt befördert und kann am Morgen ausgeschieden werden. Ist dein Verdauungsfeuer jedoch eine kleine Flamme, kann die Nahrung nicht richtig aufgespalten werden und es bleiben unerwünschte Stoffwechselprodukte (Ama) im Körper zurück. Symptome von Ama können sein: träge Verdauung, Blähungen, Sodbrennen, Völlegefühl stark riechender Stuhl und Urin dicker Zungenbelag Mund- und Körpergeruch Infektionen, Pilzerkrankungen unreine Haut, Akne, Ausschläge und Ekzeme wenig Energie, Müdigkeit, Lustlosigkeit Übergewicht Kopfschmerzen Schwere geistige Verwirrung Sexuelle Schwäche Agni, dein Verdauungsfeuer Die Qualitäten von Agni sind heiß, scharf, subtil, trocken, leicht, klar und ausbreitend. Durch seine feurigen und transformierenden Eigenschaften steht Agni in enger Verbindung mit dem Pitta-Dosha. Ist viel Pitta vorhanden, ist auch das Agni hoch. Du kannst es dir wie einen Herd oder eine Flamme vorstellen. Nimm die Zutaten, leg sie in den Topf und stell diesen auf den Herd oder die Flamme. Bei optimaler Temperatur entsprechend der Nahrungsmittelmenge in deinem Topf, wird dein Essen gleichmäßig gekocht und ist somit auch gut verträglich. Dieses entspricht dem Sama Agni. Es arbeitet normal und ausgeglichen und zeigt sich an einer guten Verdauung. Dein Stoffwechsel ist in Balance, was wiederum ein gutes Immunsystem zur Folge hat. Sind in deinem Kochtopf jedoch zu wenig Zutaten und die Einstellung der Flamme ist zu hoch (Tikshna Agni), verbrennt dein Essen. Das bedeutet, es gehen wichtige Nährstoffe verloren, es entstehen Heißhungerattacken, Sodbrennen usw. Ist dein Agni zu schwach (Manda Agni), werden die Nahrungsmittel nicht oder nur teilweise verdaut (Magenprobleme, Verschleimungen) und früher oder später bildet sich Ama daraus. Wieder am Beispiel des Kochtopfes: die Lebensmittel werden durch die zu kleine Flamme ungenügend erhitzt. Wenn du die Flamme abwechselnd auf groß und klein stellt, verbrennt entweder dein Essen oder es bleibt roh. Ein unregelmäßiges Agni wird Vishama Agni genannt und ist die Ursache für eine unregelmäßige Verdauung. Du erkennst es an einem unregelmäßigen Appetit, Blähungen usw. Vata und Kapha haben beide eine kühlende Eigenschaft und sind somit Doshas mit einem wechselhaften und niedrigen Agni. Aber auch mit einem guten Verdauungsfeuer, kann es zur Ama-Bildung kommen. Ist dein Verdauungsfeuer z.B. am Morgen noch klein und du trinkst kaltes Wasser oder isst eine zu große Frühstücksportion, löschst du damit deine Flamme und Ama bleibt zurück. Alles, was aufgenommen wird, muss auch verdaut werden. Das bedeutet auch unsere aufgenommenen Informationen, unsere Gedanken und Emotionen. Das zeichnet ein balanciertes Agni aus: stabile Gesundheit stabiles Gewicht gesunder Hunger/Appetit gute Verdauung gesunder Stoffwechsel gute Immunität guter und tiefer Schlaf viel Energie klare Wahrnehmung/ klarer Geisteszustand Intelligenz Mut Lebensfreude Optimismus Ojas im Überschuss ... Ein balanciertes Agni ist demnach die wichtigste Grundlage für einen optimal funktionierenden Stoffwechsel, dein Immunsystem und somit für deine Gesundheit. Die gute Nachricht: befindest du dich im Gleichgewicht und hast ein starkes Verdauungsfeuer, macht es deinem Körper nichts aus, auch ab und zu "ungesunde" Lebensmittel zu verzehren. Was kannst du tun, um dein Agni zu stärken? Jeder Mensch ist individuell. Neben den allgemeinen Empfehlungen wie dem Beachten der Lebensmittelkombinationen, den Essenszeiten, Stressreduktion (besonders während des Essens), Vermeidung von schwerverdaulicher Nahrung (Fertigprodukte und Fast Food), dem Unterlassen von Trinken während der Nahrungsaufnahme, sowie Alkoholkonsum, können spezielle Ausleitungsverfahren, Heilkräuter/Tees unterstützend wirken. Um Krankheiten vorzubeugen, wird daher empfohlen, Ama zu reduzieren, bzw. aus dem Körper zu entfernen und die Gewebe mithilfe eines balancierten Agnis aufzubauen. Es müssen nicht die großen Dinge sein ... Yoga, Spaziergänge, Bewegen in der Natur und Trinken von warmen Wasser können leicht in den Alltag integriert werden. Und als kleines Wundermittel hilft ein Stück Ingwerwurzel bei einem schwachen Agni und der Ausleitung von Ama. In diesem Sinne pass auf dich auf und bleib gesund! Deine Karina

  • Was ist Ayurveda?

    Ayurveda ist eines der ältesten Medizin- und Heilsysteme (ungefähr 5000 Jahre) der Welt und hat seine Wurzeln in Indien. Der Name „Ayurveda“ entstammt der indischen Sprache, dem Sanskrit und bedeutet übersetzt die „Wissenschaft des Lebens“ („Ayus“ bedeutet Leben und „Veda“ heißt Wissen oder Weisheit). Als ich begann, mich das erste Mal mit Ayurveda zu beschäftigen, ging es mir sicherlich wie vielen Menschen. Die Aussprache des Wortes war bereits die erste Hürde und ja, auch mir kam dabei die Pflanze Aloe vera mehrfach in den Sinn. Wie auch ich vor einigen Jahren irrtümlich vermutete, handelt es sich bei Ayurveda nicht um kompliziertes und indisches Essen, starre Regeln, Wellness, Esoterik, fremde Gewürze und einen aktuellen Trend. Ayurveda ist weder eine Diät noch veraltet Aber wie passt diese uralte indische Lehre eigentlich in die Jetzt-Zeit? Ayurveda ist ein universelles Konzept, das die Ur-Gesetze der Natur erklärt und somit zeitlos ist. Alle Prinzipien lassen sich an die persönlichen Lebensumstände anpassen - einfach, undogmatisch und individuell. Wie der Name schon sagt, ist Ayurveda eine Lebensstil-bezogene Lehre, die Körper, Geist und Seele umfasst. Sie geht davon aus, dass die Art zu leben Krankheiten verursacht oder eben die Gesundheit erhält. Er lehrt uns, wie wir unser Potenzial voll ausschöpfen und unser Leben in Liebe und Freude eigenverantwortlich gestalten können. Durch ihn wirst du die nötige Ruhe erhalten, um deinen stressigen Alltag zu meistern, denn Ayurveda ist gelebte Selbstliebe! Der Mensch als Mikrokosmos im Makrokosmos und die 5 Elemente: Wir werden als perfektes Wesen geboren und sind eine Abbildung des Makrokosmos. Das bedeutet, wir sind nicht von der Welt zu trennen und alles, was wir in der Natur finden, ist auch in uns. Diese 5 Elemente, formen unseren physischen und psychischen Körper und jedes dieser Elemente bringt seine ganz eigenen Eigenschaften mit sich, die wir alle benötigen, um leben zu können. Die 5 Elemente - Die Grundessenz unseres Seins Alle Dinge im Kosmos sind zusammengesetzt aus diesen 5 Elementen: Äther (Raum), Luft, Feuer, Wasser und Erde. Äther = Raum & Leere Die Qualitäten (Gunas) von Äther sind: klar, leicht, feinstofflich, weich und nicht messbar. Äther heißt auf Sanskrit Akasha und bedeutet alles umfassend, alles durchdringend, allwissend und allgegenwärtig. Es ist das "Zuhause", der Raum für alle Objekte im Universum. Hohlräume gelten als Manifestation des Äthers. In unserem Körper finden wir zahlreiche Hohlräume (zum Beispiel im Mund, der Nase, den Atemwegen, im Magen, in der Speiseröhre), die entweder durch Substanzen gefüllt sind oder hohl bleiben. Luft = Bewegung & Kraft Die Qualitäten von Luft sind: beweglich, trocken, leicht, kalt, rau, feinstofflich. Luft ist das Element der Bewegung. Bei allen Bewegungen im Körper ist das Luftelement beteiligt. Das bedeutet, dass immer, wenn es Bewegung gibt, auch Luft vorhanden ist. Wir finden es zum Beispiel in der Muskelbewegung, dem Herzschlag, beim Ein- und Ausatmen und des Darms, sowie in den Nervenbahnen als Nervenimpuls. Feuer = Transformation & Wärme Die Qualitäten von Feuer sind: heiß, scharf, leicht, trocken, feinstofflich. Wo es Bewegung gibt, entsteht Reibung und wo es Reibung gibt, entsteht Feuer. Feuer wird Agni genannt und es ist für alle unsere Stoffwechselprozesse verantwortlich. In unserem Gehirn manifestiert sich das Feuer als Intelligenz. Alle enzymatischen Vorgänge werden ebenfalls zum Feuer gezählt. Wasser = Verbindung & Fluss Die Qualitäten von Wasser sind: kühl, flüssig, matt, weich, ölig, schleimig. Wasser ist das universelle chemische Lösungsmittel und alle biochemischen Funktionen werden davon gesteuert. Unser Blutplasma setzt sich aus ungefähr 90 Prozent Wasser zusammen und transportiert Nährstoffe von einem Körperteil zum nächsten. Erde = Basis & Struktur Die Qualitäten von Erde sind: schwer, träge, statisch, dicht, hart, grob-stofflich. Der Erde werden alle festen und substanziellen Strukturen zugeordnet. Diese zeigen sich als Körper oder im Körper zum Beispiel in Form von unseren Knochen, Nägeln, Haaren, unserer Muskulatur, den Zähnen und der Haut. Diese 5 Grundelemente existieren in allen Dingen und sind in der gesamten Materie des Universums vorhanden. Jeder Mensch hat demnach auch alle Elemente in sich, die sich wie ein ganz individueller Fingerabdruck zeigen. Doshas und Grundkonstitution Aus den fünf Elementen setzen sich drei Bioenergien zusammen, die sogenannten Doshas - Vata, Pitta und Kapha. Sie sind für alle biologischen Abläufe und Stoffwechselprozesse im Körper verantwortlich. Alle 3 Doshas sind wichtig, denn würde eins fehlen, könnten Abläufe nicht stattfinden und wir wären nicht überlebensfähig. Da jeder Mensch alle 3 Doshas in sich hat, jedoch in unterschiedlicher Ausprägung, ergibt sich eine individuelle Konstitution. Die ureigene Balance wird durch die Grundkonstitution vorgegeben, aber durch Lebensgewohnheiten, Ernährung, Einflüsse der Jahreszeiten, Alter und weitere Natureinflüsse entscheidend mitgeprägt. Das bedeutet, als Baby kommen wir mit einer für uns perfekten (Grund-)Konstitution (Sanskritbegriff: Prakriti, manchmal auch Prakruti) zur Welt. Sobald o.g. äußere Einflüsse hinzukommen, entsteht ein Ungleichgewicht (Vikriti), das nicht mehr mit der natürlichen Konstitution harmoniert. Möchten wir wieder in Balance kommen, ist es wichtig, Vikriti zu behandeln. Die eigene Konstitution zu kennen, bietet daher eine unglaubliche Chance, sich selber zu verstehen und herauszufinden, was uns wirklich guttut. Vata, Pitta & Kapha - Die Tridoshas Jeweils zwei der Elemente bilden ein Dosha, die sich physisch-körperlich, sowie psychisch-emotional auf uns auswirken. Die jeweiligen zusammengesetzten Elemente bestimmen demnach auch die Qualitäten der einzelnen Doshas: Luft + Äther (Raum) = Vata Vata ist das Bewegungs- und Dynamikprinzip. Das Vata-Dosha (Luft) steuert die bewegliche Energie im Körper (z.B. Blutkreislauf, das Nervensystem, die Arbeit der Lungen). Charaktereigenschaften bei gut ausgeprägtem Vata: künstlerisch kreativ sensibel spontan empfindsam individualistisch kommunikativ begeisterungsfähig flexibel ... Charaktereigenschaften bei zu stark ausgeprägtem Vata: sprunghaft nervös ängstlich sehr besorgt unkonzentriert ... Da Vata-Typen aufgrund der Elemente Luft und Äther schnell aus dem Gleichgewicht geraten, sind besonders für sie feste Routinen, Entspannungsübungen wie Meditation oder „ruhiges“ Yoga und warme, leicht verdauliche Nahrung (z.B. Suppen und Eintöpfe) und das Ausleben ihrer Kreativität wichtig. Feuer + Wasser = Pitta Pitta ist das Transformationsprinzip. Dem Pitta-Dosha (Feuer) unterliegen der Stoffwechsel, die Verdauung, der Wärmehaushalt und die Nährstoffversorgung. Charaktereigenschaften bei gut ausgeprägtem Pitta: ehrgeizig leidenschaftlich intelligent abenteuerlustig mutig temperamentvoll fokussiert ... Charaktereigenschaften bei zu stark ausgeprägtem Pitta: hitzig perfektionistisch ungeduldig aggressiv machtsüchtig ... Für den feurigen Pitta-Typ gilt es vor allem Extreme zu vermeiden. Sport ist super zum Druck-ablassen, aber bitte keine Wettkampf-Gedanken, sondern Freude und Spaß sollten im Vordergrund stehen. Ähnliches gilt für das Essen. Sie sollten starke Hitze, Schärfe und zu große Portionen vermeiden. Ansonsten hilft es, sich von Hitzequellen fernzuhalten. Menschen mit dominantem Pitta dürfen Gefühle ruhig ausdrücken, damit sie sich nicht in Form von Wut oder überschießenden Reaktionen zeigen. Erde + Wasser = Kapha Kapha ist das Struktur- und Stabilitätsprinzip. Das Kapha-Dosha (Erde) steuert alles Feste im Körper, etwa die Knochen und Zähne. Es ist das Gegenteil von Beweglichkeit, steht aber für Ausdauer, Toleranz und Routine. Charaktereigenschaften bei zu stark ausgeprägtem Kapha: ausgeglichen geduldig verlässlich zufrieden umsorgend genügsam ... Charaktereigenschaften bei zu stark ausgeprägtem Kapha: bequem lethargisch festgefahren geizig zwanghaft ... Besonders für Kapha-Typen ist die tägliche Bewegung eine wichtige Empfehlung. Vor allem Ausdauersportarten wie Joggen und aktives Yoga bringen ihn in Schwung. Auch bei der Ernährung und in seinem Alltag sollten Abwechslung eine große Rolle spielen. Wenn der Kapha-Typ mit seinem großen Mitgefühl, der stark ausgeprägten sozialen Empathie und den wertvollen Eigenschaften wie Bodenständigkeit und Genussfreude gesund bleiben möchte, geht an frischem Wind, Licht, Wärme und Bewegung kein Weg vorbei. Bitte beachte: Kein Mensch besteht nur aus einem Dosha. Wie bereits geschrieben, benötigen wir alle drei Doshas zum Überleben. Wir sind alle unterschiedlich und die jeweiligen Dosha-Typen zeigen lediglich, dass ein Dosha-Anteit dominat vorhanden ist. Warum ich den Ayurveda so liebe Ayurveda ist so viel mehr als Doshas, typgerechte Ernährung und Lebensweisheiten. Ayurveda ist für mich Selbstliebe pur. Er bietet mir einen wunderbaren Rahmen, mich selbst zu entdecken und meine körperlichen und psychischen Eigenschaften zu erforschen. Was sind meine Talente und Stärken und wie kann ich sie nutzen? Wie komme ich in meine Kraft? Was kann ich jetzt für mich tun? Was sagt mir mein Herz und welche Entscheidungen kann ich dafür treffen? Sei es beim Thema Ernährung, Lifestyle, Frauengesundheit oder den Lebensfragen. Sein Ziel ist es, dass DU in Balance bist. Indem du dich fürsorglich um dich kümmerst und in Liebe zu dir selbst handelst, übernimmst du auch die Verantwortung für deine Gesundheit und dein Leben. Und durch diese Liebe kannst du auch so viel mehr an deine liebsten Menschen geben. Wenn du in dich hineinspürst, wo kannst du die Elemente, die kleinsten ayurvedischen Einheiten in dir wahrnehmen? Auch ohne das genaue Wissen über deine Konstitution kannst du diese schöne Lehre in dein Leben integrieren. Du hast das beste Werkzeug dafür bereits bei dir, deinen Körper. Fang an, wieder auf ihn zu hören. Folge deinem Bauchgefühl und vertraue deiner Intuition. Möchtest du mehr über den Ayurveda und seine tiefe innere Weisheit wissen oder möchtest du ihn ganz einfach in deinen Alltag integrieren, dann melde dich sehr gern oder schau bei meinen Angeboten vorbei. Alles Liebe Karina

bottom of page