Kreative Bingokarten zum Jahresbeginn: spielerisch ins neue Jahr starten
- Karina Röpcke
- vor 6 Stunden
- 9 Min. Lesezeit

Der Jahresanfang fühlt sich für mich oft nach Neustart an. Ein neuer Kalender, leere Seiten und ganz ganz ganz viele Ideen. Gleichzeitig steigt spürbar der Druck. In meinem Kopf tauchen all die lieben guten Vorsätze auf, die diesmal wirklich etwas verändern sollen.
Eine kreative Bingokarte zum Jahresbeginn setzt genau hier an. Sie ist spielerisch, schenkt mir dieses leise, vorfreudige, warme Gefühl und kommt ganz ohne erhobenen Zeigefinger aus.
Und weil ich meine Mini-Me’s unfassbar gern in kleine Kästchen platziere, habe ich es ausprobiert. Ich habe meine eigene Bingokarte gezeichnet und sie mit all den beruflichen und privaten Momenten gefüllt, die ich in diesem Jahr erleben möchte.
In diesem Artikel erfährst du alles, was du über kreative Bingokarten wissen musst. Du bekommst eine kleine Anleitung, lernst, worin sie sich vom Visionboard unterscheiden, wie du sie für dich nutzen kannst und welchen Einfluss sie auf deine mentale Gesundheit haben.
Viel Freude beim Lesen und Ausprobieren!
Kreative Bingokarte auf einen Blick |
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Inhaltsverzeichnis
Was ist eine kreative Bingokarte?
Ich scrolle durch Instagram und plötzlich taucht sie wieder auf. Eine Bingokarte mit niedlich gezeichneten Figuren und kleinen Beschreibungen wie „alte Freunde treffen“, „Neues lernen“ oder „Wellness gönnen“. Genau hier beginnt das kreative Bingo.
Aber was steckt eigentlich dahinter?
Die kreative Bingokarte ist eine Abwandlung des klassischen Bingospiels. Statt Zahlen findest du Begriffe, kleine Szenen, Aufgaben oder Beobachtungen in den einzelnen Feldern. Alles darf, nichts muss. Wie der Name schon sagt, steht die Kreativität im Mittelpunkt, sowohl in der Gestaltung als auch bei der Wahl der Materialien.
Ich liebe es, meine Mini-Me’s mit Finelinern und Markern in kleine Kästchen zu zeichnen, sie etwas putzig darzustellen darzustellen und mir selbst Momente festzuhalten, die ich im Laufe des Jahres erleben möchte. Besonders motivierend und darauf freue ich mich ehrlicherweise am meisten, ist für mich das Abhaken, sobald etwas davon Wirklichkeit geworden ist.
Für mich hat eine kreative Bingokarte nichts mit Leistung oder dem Erreichen von Zielen zu tun. Es geht nicht darum, alles zu schaffen. Es geht darum, meine geliebten Häkchen zu setzen und wahrzunehmen, wie viele schöne Dinge tatsächlich passieren. Um Spaß, Leichtigkeit und die Lust am Machen.
Jahresbingo zum Jahresbeginn: bewusst planen, aber ganz ohne Druck
Ich fand die Idee schön, mein Bingo direkt zu Beginn des neuen Jahres zu zeichnen und damit bewusste Momente festzuhalten, die sich über das Jahr verteilen. In vielerlei Hinsicht überschneidet sich ein Jahresbingo mit klassischen To-want-Listen. Gerade bei beruflichen Projekten enthält es aber genau die Vorhaben, auf die ich mich wirklich freue und die sich richtig anfühlen.
Gezeichnet oder künstlerisch gestaltet haben diese Vorhaben für mich eine andere Bedeutung als eine rein schriftliche Liste, etwa meine quartalsweisen To-want-Listen. Durch das Visuelle bleiben sie präsenter. Ich schaue mein Jahresbingo super gerne an, hänge es sichtbar in meinem Atelier auf, verbinde Gefühle damit und erinnere mich daran, warum mir diese Dinge wichtig sind. So richtet sich mein Fokus ganz automatisch auf meine Herzensprojekte. Nicht auf alles, was theoretisch möglich wäre, sondern auf das, was mein Jahr versüßen und bereichern darf.
Gerade zum Jahresbeginn passt dieses Format für mich besonders gut. Wenn scheinbar alles möglich ist, kann genau das schnell überfordern. So viele Ideen, so viele Erwartungen, so viele Vorsätze. Eine kreative Bingokarte nimmt dieser Weite etwas von ihrem Druck. Sie teilt das große Ganze in überschaubare Felder und ersetzt starre Ziele durch neugierige Fragen. Was möchte ich erleben? Was darf leicht sein?
Aus diesem Grund findest du in meinem Jahresbingo nicht nur kreative und berufliche Projekte, sondern ganz bewusst auch Raum für Selbstliebe. Dinge, die mir guttun. Massagen, die Wärme in der Sauna, Yoga so oft es sich stimmig anfühlt. Nicht als Pflicht, sondern als Einladung, gut mit mir umzugehen.
Auch beruflich habe ich mir andere Fragen gestellt als sonst. Keine klassischen Leistungsziele, sondern grundsätzliche Gedanken. Wie kann ich meine Talente nutzen? Was braucht die Welt von mir? Fragen, die sich an meinem Ikigai orientieren und mir helfen, meine Arbeit sinnhaft auszurichten.
Für mich ist das Jahresbingo deshalb vor allem eines. Eine schöne Einladung, mein Jahr bewusst zu erleben. Nicht perfekt, nicht vollständig durchgeplant, sondern aufmerksam. Feld für Feld.
Beispiele für kreative Bingokarten zum Jahresbeginn
Ideen für Themen:
Achtsamkeits-Bingo
Jahreszeiten-Bingo
Kreativ-Bingo
Gesundheits-Bingo (ganz ohne Druck)
Familien-Bingo
Berufliches Jahresbingo
Typische Felder einer kreativen Bingokarte sind zum Beispiel:
„Einen neuen Ort entdecken“
„Etwas zum ersten Mal tun“
„Einen Tag ganz ohne Termine“
„Ein Projekt abschließen, das lange liegen blieb“
"Eine Wohlfühlmassage gönnen"
"Digitales Zeichnen lernen"
Anleitung: Kreative Bingokarte zum Jahresbeginn erstellen
Schritt für Schritt:
Zeitraum festlegen (z. B. ein ganzes Jahr von Januar bis Dezember)
Ein zentrales Thema wählen (Alltag, Achtsamkeit, Kreativität oder so wie meins: beruflich und privat)
9, 16 oder 25 Felder definieren (ich habe es an die Seite meines visuellen Tagebuchs angepasst)
Felder klar und realistisch formulieren
Gestaltung auswählen (Papier, Canva, Notizbuch, Visuelles Tagebuch)
Die Umsetzung meiner Jahresbingokarte
Aktuell halte ich alles, was mich bewegt, in meinem visuellen Tagebuch fest. Genau deshalb war es für mich der perfekte Ort, um dort auch meine Jahresbingokarte entstehen zu lassen.
Zu Beginn zeichnete ich mit Bleistift und Lineal die Felder vor. Danach widmete ich mich den privaten Bingofeldern. Die einzelnen Themen notierte ich ebenfalls zunächst mit Bleistift und skizzierte meine Mini-Me’s passend dazu. Anschließend erweckte ich sie mit schwarzem Fineliner und Markern zum Leben.
Wenn ich etwas genauer festhalten wollte, ergänzte ich eine kurze Beschreibung. Sobald ein Feld fertig war, setzte ich mit dem passenden Marker einen kleinen Rahmen darum. Die Felder entstanden dabei nicht der Reihe nach. Stattdessen entschied ich nach Gefühl und achtete darauf, dass ähnliche Themen, wie zum Beispiel Saunabesuch und Massage, nicht direkt nebeneinanderlagen. Das ist allerdings mein ganz persönlicher Monk.
So füllte sich Feld für Feld. Zuerst die privaten, danach die beruflichen Vorhaben.
Tipp:
Ein Feld ließ ich ganz bewusst frei. Nicht alles muss geplant sein. Manche Dinge dürfen sich im Laufe des Jahres einfach zeigen.
Und was mir besonders am Herzen liegt: KEIN PerFUCKtionismus!
Es geht nicht um perfekte Proportionen, den goldenen Schnitt beim Zeichnen oder eine tadellos dargestellte Perspektive. Es geht um die Freude beim Kreieren :-)

Warum kreative Bingokarten so beliebt sind
Als ich kreative Bingokarten auf Instagram entdeckt habe, war ich sofort verliebt. Diese vielen kleinen Zeichnungen, fast wie Mini-Comics und dann auch noch so zuckersüß. Sie sind leicht, verspielt und gleichzeitig sehr aussagekräftig.
Ich habe mich für zwei Karten entschieden, eine private und eine berufliche. Wobei sich das bei mir sowieso kaum trennen lässt. Die Zeichnungen sind intuitiv verständlich, bringen mich selbst zum Schmunzeln und oft auch die Menschen, die sie ansehen. Schon beim Überlegen, was ich in diesem Jahr alles Schönes erleben möchte, stellt sich ein warmes, schönes Gefühl ein.
In meinem Artikel Comics für die Seele habe ich darüber geschrieben, dass Zeichnen helfen kann, auch schwierige oder schwer greifbare Themen sichtbar zu machen. Genau das passiert für mich auch mit der Bingokarte. Neben leichten, kreativen Momenten finden dort auch größere Themen Platz. Mein Sternenmama-Projekt, Herzensideen, Wünsche für meine Selbstfürsorge und kleine Wellness-Vorhaben. Alles darf nebeneinander existieren, ohne bewertet zu werden.
Warum sind Bingokarten beliebt? |
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Jahresbingo & mentale Gesundheit
Hier wird es besonders spannend. Denn wie du beim Lesen vielleicht schon gemerkt hast, wirkt sich allein das Gestalten meines Jahresbingos positiv auf meine mentale Gesundheit aus. Ich sage nicht, dass es ein Wundermittel ist. Aber es unterstützt mich im Alltag und erinnert mich sanft daran, an meinen Projekten dranzubleiben und meine Selbstfürsorge ernst zu nehmen.
Motivation
Kleine, erreichbare Felder senken die innere Hürde, anzufangen. Statt dem großen Gedanken „Ich müsste mal mein Leben sortieren“ finde ich in meinem Bingo zum Beispiel eine Zeichnung, die mich daran erinnert, die Yogamatte auszurollen und mir bewusst Zeit für Entspannung zu nehmen.
Vorfreude
Ich liebe es zu zeichnen und mit meinen Händen etwas Kreatives zu erschaffen. Zeichnen beruhigt mich. Ich ziehe Linie für Linie mit dem Fineliner, wähle meine Marker nach meinen Lieblingsfarben aus und fülle Fläche für Fläche. Jedes Detail genieße ich. Beim Kreieren entsteht gleichzeitig Ruhe und positive Erwartung. Mein Gehirn liebt das. Schon die Planung zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht.
Abhaken & Erfolgserleben
Jedes abgehakte Feld feiere ich. Es ist ein sichtbarer Erfolg. Dopamin wird ausgeschüttet und das Gefühl, etwas erreicht zu haben, stellt sich ein. Nicht die großen Schritte zählen, sondern die kleinen Etappen unterwegs.
Selbstwirksamkeit
Ich sehe schwarz auf weiß, oder genauer gesagt bunt auf Papier, was ich geschafft habe. Gerade in Phasen, in denen sich alles zäh anfühlt, ist das ein echter Motivationsbooster.
Wichtig dabei ist, dass das Jahresbingo realistisch bleibt. Kein Selbstoptimierungs-Marathon, wie es meine Freundin Vivi so schön nennt. Aus diesem Grund empfehle ich auch, ein, zwei oder mehrere Felder bewusst leer zu lassen. Für Unerwartetes. Für Dinge, die sich erst im Laufe des Jahres zeigen.
Visionboard oder Jahres-Bingokarte – wo liegt der Unterschied?
Gerade zum Jahresbeginn tauchen sie oft gemeinsam auf: Visionboards und Jahres-Bingokarten. Ich liebe beide.
Beide beschäftigen sich mit dem kommenden Jahr, beide versprechen Orientierung und Motivation. Und trotzdem fühlen sie sich im Alltag ganz unterschiedlich an.
Ein Visionboard richtet den Blick nach vorne. Es sammelt Wünsche, Stimmungen und Lebensbereiche, oft in Form von Bildern oder einzelnen Worten. Es geht weniger darum, wie etwas erreicht wird, sondern darum, wohin man möchte. Ein Visionboard hängt an der Wand, liegt im Hintergrund und wirkt im Unterbewusstsein. Es inspiriert, ohne etwas einzufordern.
Die Jahres-Bingokarte dagegen bleibt nah am täglichen Leben. Sie begleitet durch das Jahr und macht Entwicklung sichtbar. Jedes Feld steht für eine konkrete Erfahrung, eine Handlung oder einen Moment, der tatsächlich eintreten kann. Statt Zukunftsbildern geht es um kleine Schritte, die abgehakt werden dürfen. Nicht perfekt, sondern ehrlich.
Kurz gesagt: Das Visionboard gibt die Richtung vor. Die Jahres-Bingokarte zeigt den Weg.
Mental wirken sie ebenfalls unterschiedlich. Während ein Visionboard vor allem Vorfreude und Orientierung schafft, stärkt die Jahres-Bingokarte das Gefühl von Selbstwirksamkeit. Sie macht sichtbar, dass etwas passiert ist. Dass das Jahr nicht einfach vorbeizieht, sondern gestaltet wird – Feld für Feld.
Ich kombiniere beides. Mein gezeichnetes Visionboard beantwortet die Frage „Was wünsche ich mir?“ und meine Jahres-Bingokarte ergänzt „Wie fühlt sich mein Alltag auf dem Weg dorthin an?“
Visionboard vs. Jahres-Bingokarte |
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Visionboard
Jahres-Bingokarte
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Kreative Bingokarten auf Instagram & Social Media
Und weil ich die kreative Bingokarten zuerst auf Instagram entdeckt habe, hier noch einige Gedanken dazu:
Sie funktionieren dort besonders gut, weil sie:
leicht teilbar sind
inspirieren und zum Mitmachen einladen
ein Gemeinschaftsgefühl erzeugen
Hashtag-Ideen:
Mir ist bewusst, dass Hashtags heute nicht mehr die Bedeutung haben wie noch vor ein paar Jahren. Trotzdem möchte ich dir einige davon vorstellen, falls du deine Bingokarte auf Instagram teilen möchtest:
Q&A: Häufige Fragen
Wie viele Felder sollte eine Bingokarte haben?
Neun oder sechzehn Felder sind für ein Jahr gut überschaubar. Am Ende kannst du die Anzahl aber ganz nach dem wählen, was du geplant hast und was sich für dich stimmig anfühlt.
Muss man alle Felder schaffen?
Nein, natürlich nicht. Die Bingokarte ist ein Begleiter, kein Maßstab. Sie soll dich motivieren und nicht unter Druck setzen.
Ist eine kreative Bingokarte besser als gute Vorsätze?
Ich persönlich mag keine guten Vorsätze. Sie sind oft genauso schnell wieder verschwunden, wie sie entstanden sind. Eine kreative Bingokarte ist flexibler und weniger druckvoll. Durch das bewusste Gestalten und Nachdenken bleibt sie außerdem viel präsenter und nachhaltiger im Kopf.
Was ist, wenn ich mein Jahresbingo „nicht gut genug“ finde?
Dann ist es genau richtig. Eine kreative Bingokarte muss nicht perfekt sein. Sie lebt davon, persönlich zu sein, nicht davon, schön oder vollständig zu wirken.
Was mache ich, wenn sich meine Wünsche im Laufe des Jahres ändern?
Dann darf sich auch dein Bingo verändern. Felder können angepasst, übermalt oder einfach leer gelassen werden. Dein Jahr entwickelt sich und dein Jahresbingo darf das genauso tun.
Fazit
Mir hat es richtig viel Freude bereitet, meine Bingokarte zu zeichnen. Für mich ist sie kein Plan, der mich antreibt, sondern ein schöner Begleiter durch das Jahr. Am Jahresende werde ich mit einem Lächeln an all die bezaubernden Momente, Projekte und Erlebnisse zurückdenken, die Wirklichkeit geworden sind. Und genau das macht sie zu einem erstaunlich guten Start ins neue Jahr.
Und bevor ich sie gleich auf Instagram teile, möchte ich dich fragen: Was würdest du in deiner Bingokarte festhalten und worauf freust du dich in diesem Jahr?
Alle Liebe – Karina 🤍

Illustrationen: Karina Röpcke




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