Mein "12 von 12" im September: Brunch & Paint, T5 und eine Gottesanbeterin in Leipzig
Aktualisiert: vor 6 Stunden

Ein Samstag, ein Brunch & Paint-Event, ein Angstgegner auf vier Rädern und eine Gottesanbeterin auf dem Gehweg. Kein Ruhetag, aber einer, der mich von morgens müde bis abends satt durch Leipzig trägt. Mit allem, was dazugehört.
Willkommen in meinem "12 von 12" im September 2026.
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8 Uhr. Es ist Samstag. Und ich bin noch müde.
Gestern Abend hatte ich ein Drink & Paint-Event, und gleich geht es weiter. Ich bin eigentlich kein Frühstücksmensch, aber da das heutige Event bis 14 Uhr geht, muss ich vorher etwas essen. Also sitze ich frisch geduscht, ins Handtuch gewickelt auf dem Sofa und drücke mir Haferflocken mit griechischem Joghurt und Rosinen rein. Proteine sollen es sein, sagt meine Physiotherapeutin. Gut für die Muskeln.
Also: essen, fertig machen, und dann ab zum Brunch & Paint, das ich heute begleiten darf.

Noch ein letzter Blick in den Spiegel. Der Dutt sitzt. Ein letzter Schluck Kaffee, und... oh. Zurück in die Küche. Den Kaffee nicht vergessen.

Jetzt aber schnell. Ich merke schon, wie die Nervosität in mir hochkriecht. Gleich darf ich, nein, muss ich wieder Autofahren. Aber erst noch ein kurzer Stopp im Atelier, um die gepackten Materialien fürs Event abzuholen.

Das Motiv für heute steht fest: Serviettentechnik. Der Strand ist immer gefragt, und die Welle ist beim letzten Event spontan beim Vorführen entstanden. Noch nicht ganz fertig, aber als Beispiel mehr als würdig.
Ich schnappe mir die beiden Bilder, die Kisten mit Leinwänden, Servietten, Gästeliste und noch vielem mehr, und bringe alles zu unserem Dicken, dem T5.

Da steht er. Mein Angstgegner.
Eine Freundin nannte ihr Auto immer „Freiheit", und genau daran erinnere ich mich jedes Mal, wenn ich ihn sehe. Hilft nix: Ohne ihn bekomme ich meine Materialkisten nicht transportiert. Also. Kisten rein, Seitenspiegel ausklappen, mich hoch auf den Fahrersitz hieven.
„Ich schaffe das", geht's mir durch den Kopf. Tief einatmen, langsam losfahren. Das Universum hat zugehört. Gleich in der Nähe der Location wartet ein riesiger Parkplatz auf mich. Yes! Fahrt 1 ist geschafft.
Ich laufe mehrmals und bringe die Kisten ins Café. Kurz vor 10. Perfekt, noch eine ganze Stunde für den Aufbau.

Es ist 10:45 Uhr und ich bin bereit. Es duftet schon verführerisch nach Frühstück, denn heute ist Brunch & Paint. Ich mache noch schnell ein Foto für den Blog und warte auf die Gäste.
Zwei kreative Stunden verbringen wir miteinander. Ich mag die Serviettentechnik sehr und habe mich für die Farben dunkelgrün und gold auf meiner Leinwand entschieden.

14:15 Uhr. Vor dem Atelier angekommen. Mein Partner erwartet mich schon, er ist meine persönliche Einparkhilfe, bis ich mich irgendwann traue, es auch alleine zu wagen. Ich schaffe es sogar ohne seine Hilfe. Erleichtert steige ich aus. Tief durchatmen. Kurz innerlich feiern, dass ich es wieder gemacht habe.
Kisten schnappen, ins Atelier stellen. Bis Montag, denke ich. Auspacken dann in aller Ruhe.
Auf dem Weg vom Atelier in die Wohnung, die nur eine Minute zu Fuß entfernt ist, entdecke ich diese Schönheit. Ich knipse sie und schicke das Foto direkt an meine Freundin Caro, die ein riesiges Herz für Insekten und allerlei Krabbeltiere hat. Sie schreibt zurück: „Schon interessant, dass ausgerechnet ein Wesen, das Gottesanbeterin heißt, seine Männchen nach oder sogar während der Paarung verspeist."*
Ich schmunzle.
Mein Partner und ich gehen nach Hause. Ich lasse mich aufs Sofa fallen, Füße hoch, kurz ausruhen. Bevor es gleich weitergeht.
*Ich hab die KI gefragt: Der Name kommt von der Haltung, die aussieht wie ein Beten. Die Verbindung zum "Anbeten" vor dem Verspeisen ist dann wohl mehr glücklicher Zufall als Absicht :)

Oha, jetzt habe ich doch Hunger. Zum Glück muss ich heute nicht mehr selbst fahren, das übernimmt mein Partner Rico. Ein kurzer Einkaufs-Stopp, eine Dose Pringles als Erstversorgung, und wir fahren... na, ahnst du es schon? Dorthin, wo man samstags eigentlich nie hinfahren sollte.

Japp, genau. IKEA. An einem Samstag.
Der Parkplatz verrät es sofort: Die Hoffnung, dass es nachmittags ruhiger sein könnte, war naiv. Aber erstmal stärken, bevor es ins Getümmel geht.

„Ach komm, mach doch bitte ein Foto von mir, ist für mein 12 von 12", bettle ich. Keine Chance. Also mache ich es selbst, mal mehr, mal weniger erfolgreich.
Die von unten oder von oben gefallen mir am besten. Frontal? Ähm, nö. Da sehe ich dann doch, leicht eitel, mein Alter.

Auf dem Weg nach Hause. Ein paar neue Geschirrtücher, ein Sieb mit "Füßen", eine graue Fußmatte für den Wohnwagen. Das ist unsere Ausbeute. Dabei hat es tatsächlich einen Vorteil, erst nach einem Event ins schwedische Möbelhaus zu fahren. Ich war so müde, dass wir direkt die Abkürzung nach unten genommen und den Ausstellungsbereich komplett ausgelassen haben. Kein „oh, ich möchte noch das sehen" oder „lass uns doch den ganzen Weg nehmen". Nichts davon.
Ich sitze platt und satt im Auto, der schwere Kakao liegt noch im Magen, und freue mich auf nichts sehnlicher, als endlich die Füße hochlegen zu können.

Und wie schon beim letzten "12 von 12" verabschiede ich mich mit meinem Bild der Instagram-Artcollabfamilie (das Thema diesmal: Indien & Bollywood) und mit den Worten von Caro von „Draußen nur Kännchen", die dieses wunderbare traditionelle Blogformat am Leben erhält:
Vielen Dank fürs Gucken.
Alles Liebe, Karina 🤍
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Wie schööön dein 12von12 wieder geworden ist. Ich mag deine Fotos so sehr. Und wäre so gern mal bei einem drink and paint dabei. Und Samstag bei Ikea, ich dachte immer solche Hobbys Pflege nur ich. 😄 Eine Gottesanbeterin in Leipzig - auch spannend, die habe ich bisher immer nur in südlicheren Gefilden getroffen. Es grüßt dich ganz lieb. Deine Blogbodyline Susanne